Gesellschaft: Landesweit

Experten fordern HPV-Impfungen auch für Jungen auf den Philippinen

Eine geschlechtsneutrale Impfstrategie könnte einen wichtigen Schritt zur Vorbeugung von Krebserkrankungen darstellen. Durch das Humane Papillomvirus (HPV) werden verschiedene Krankheiten verursacht, darunter Gebärmutterhals-, Anal-, Penis- und Oropharynxkarzinome. Während Gebärmutterhalskrebs durch etablierte Screening-Methoden frühzeitig erkannt werden kann, fehlen für viele HPV-bedingte Krebserkrankungen bei Männern vergleichbare Routineuntersuchungen.

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Quelle: PIA

Das derzeitige nationale Impfprogramm der Philippinen konzentriert sich primär auf Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Einbeziehung von Jungen in das Impfprogramm würde die nationale Präventionsstrategie stärken, da dies nicht nur die Betroffenen direkt schützt, sondern auch die Verbreitung der Ziel-Virusstämme verringert. Dr. Maria Lorena Santos, ehemalige Präsidentin der Philippine Infectious Disease Society for Obstetrics and Gynecology, plädierte in einer Stellungnahme vom 15. Oktober für eine solche Ausweitung der Impfungen.

Die verwendeten Quadrivalenten Impfstoffe decken die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 ab. Während die Typen 16 und 18 weltweit etwa 70 Prozent der Gebärmutterhalskrebsfälle verursachen, sind die Typen 6 und 11 für die meisten Genitalwarzen verantwortlich. Die WHO unterstützt die Impfung von Jungen dort, wo dies machbar und erschwinglich ist, sofern die Abdeckung bei Mädchen nicht gefährdet wird. Santos betonte, dass die Ausweitung der Impfungen keine Ressourcen von der Versorgung der Mädchen abziehen, sondern den Schutz erweitern solle.

Für eine erfolgreiche Umsetzung dieser Strategie seien langfristige Planung, ausreichende Finanzierung sowie die Koordination zwischen Regierungsbehörden, Gesetzgebern, lokalen Verwaltungseinheiten und medizinischem Fachpersonal notwendig. Lokale Regierungen können durch Aufklärung in den Gemeinden, die Bekämpfung von Missverständnissen und einen besseren Zugang zur Vorsorge helfen. Stigmatisierung, Angst und Unbehagen seien Faktoren, die rechtzeitige Tests erschweren.