Wirtschaft – Bataan, Pampanga
Energiekommissarin warnt vor Netzinstabilität durch Pax-Silica-Projekt
Das geplante Technologiezentrum Pax Silica in New Clark City könnte die Stabilität des Stromnetzes auf Luzon gefährden, wenn es seine volle Kapazität bezieht. Energiekommissarin Sharon Garin erklärte in einem Interview, dass der geplante Bedarf des Standorts für Künstliche Intelligenz und Halbleiterproduktion bei etwa 3.GW liegt. Diese Menge entspricht rund 19 Prozent der prognostizierten Spitzenlast von Luzon im Jahr 2026 und ist fast so groß wie das gesamte Stromnetz der Visayas-Region.
Garin betonte die Risiken einer direkten Anbindung an das bestehende Netz. Sollte die enorme Last von 3 GW plötzlich wegfallen, könnte dies zu einem kompletten Zusammenbruch des Stromnetzes führen. Um Haushalte und Unternehmen vor solchen Instabilitäten zu schützen, plädiert die Kommissarinin für ein eigenständiges Energiesystem für das Projekt. Ein solches Stand-alone-System könnte durch eigene Kraftwerke, etwa durch erneuerbare Energien oder Erdgas, gespeist werden, um die hohe Anforderungen an eine stabile und kostengünstige Stromversorgung zu erfüllen.
Das US-geführte Großprojekt wird voraussichtlich schrittweise wachsen. In den Anfangsphasen mit einem Bedarf von 100 bis 200 Megawatt könnte das Luzon-Netz die Last noch bewältigen. Sobald die Skalierung jedoch fortschreitet, wird die Notwendigkeit eigener Energiekapazitäten zunehmen. Garin verwies darauf, dass andere Länder bereits Probleme bei der Versorgung von Rechenzentren erlebt haben, und betonte die Wichtigkeit, aus diesen Fehlern zu lernen.
Die Bases Conversion and Development Authority (BCDA) strebt für Pax Silica eine Versorgung durch erneuerbare Energien an, primär durch Solarenergie. Ein konkreter Schritt ist die Zusammenarbeit mit dem saudi-arabischen Unternehmen ACWA Power, das ein 500 Hektar großes Gelände in New Clark City für ein Solar- und Batteriespeicherprojekt mit einer Kapazität von bis zu 500 MW gepachtet hat. Dies deckt jedoch nur etwa ein Sechstel des geschätzten Gesamtbedarfs.
Zusätzlich gibt es Pläne für ein LNG-Terminal (flüssiges Erdgas) und ein Kraftwerk mit 1.200 MW, für das die US International Development Finance Corporation eine Machbarkeitsstudie unterstützt. Zusammen mit der Solaranlage ergäbe dies rechnerisch 1.700 MW, was jedoch immer noch eine Lücke von 1.300 MW hinterlässt. Zudem stellt die Umsetzung der LNG-Versorgung logistische Herausforderungen dar, da das Gas per Schiff angeliefert und über neue Pipelines von Küstenhäfen wie Subic ins Landesinnere transportiert werden müsste.