Elektromobilität auf den Philippinen: Kohlestrom schränkt Klimavorteil ein
Der Einsatz von EV auf den Philippinen steht vor einem ökologischen Dilemma: Der Nutzen für die Luftqualität hängt maßgeblich davon ab, wie sauber der Strom für die Ladung ist. Während Studien belegen, dass Elektroautos über ihre gesamte Lebensdauer weniger Treibhausgase verursachen als Verbrenner, wird dieser Vorteil in Ländern mit hohem Kohleanteil im Stromnetz deutlich geringer.
In den Philippinen wird das Stromnetz, insbesondere in der Region Mindanao, noch stark durch Kohlekraftwerke gespeist. Beispiele hierfür sind die Anlagen von Therma South Inc. in Davao City sowie San Miguel Power in Davao del Sur. Der ehemalige Abgeordnete der Bayan Muna-Partei, Carlos Isagani Zarate, kritisierte, dass die Förderung grüner Fahrzeuge bei einer kohlebasierten Stromerzeugung die Emissionen lediglich von den Auspuffrohren der Autos zu den Schornsteinen der Kraftwerke verlagere.
Zarate plädierte dafür, den Übergang zur Elektromobilität als Katalysator für umfassende Energiereformen zu nutzen. Dazu gehörten verstärkte Investitionen in erneuerbare Energien wie Solar-, Wasser- und Geothermie sowie die Modernisierung des nationalen Stromnetzes. Auch Anreize für Solaranlagen auf Hausdächten zur Versorgung von Elektroautos und eine heimische Produktion von Fahrzeugen seien wichtige Schritte.
Die Pläne der Regierung sind ambitioniert, doch die Umsetzung erfordert enorme Fortschritte. Laut dem vom Energieministerium (Department of Energy, DOE) entwickelten Fahrplan für die Elektrofahrzeugindustrie (CREVI) sollen bis zum Jahr 2028 landesweit 311.700 Elektrofahrzeuge und 7.300 Ladestationen vorhanden sein. Stand Dezember 2025 gab es landesweit jedoch nur etwa 42.000 Fahrzeuge, was ein siebenfaches Wachstum innerhalb von drei Jahren bedeuten würde. In der Region XI waren es zu diesem Zeitpunkt lediglich 1.688 Fahrzeuge.
Adrian Mel Delola, Spezialist beim Mindanao-Außenbüro des DOE, betonte, dass der Fahrplan nicht nur den Verkauf von Fahrzeugen zum Ziel habe, sondern die Vorbereitung des gesamten Energiesystems erfordere. Dies umfasst den Aufbau eines akkreditierten Netzes von Ladestationen, die Modernisierung der Übertragungs- und Verteilungsnetze sowie die Koordination zwischen Regulierungsbehörden, Energieversorgern und privaten Investoren. Jede Ladestation muss dabei vom DOE akkreditiert und von regionalen Versorgern wie Davao Light and Power Co. genehmigt werden.
Zusätzlich zu den ökologischen Fragen spielen die Kosten eine entscheidende Rolle. Die Philippinen verzeichnen mit durchschnittlich 11 bis 12 Cent pro Kilowattstunde einige der höchsten Strompreise in Südostasien, nur übertroffen von Singapur.
Quellen
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