Desinformation: Pro-China-Konten greifen philippinische Content-Creatorin an
EditWPS ist sie Ziel von gezielten Desinformationskampagnen und Angriffen auf Facebook geworden. Eine Analyse der Datenforensik-Gruppe „The Nerve“ zeigt, dass die Erwähnungen der Creatorin in sozialen Medien sprunghaft anstiegen, nachdem sie Mitte Juli über ihren Besuch auf der Insel Pag-asa berichtet hatte.
Die Angriffe beinhalten unter anderem die Behauptung, die 24-jährige Louise Anne Nagal, bekannt als LANS, werde von der US-amerikanischen Geheimbehörde CIA finanziert. Zudem wurde ihr Unwissen bezüglich der territorialen Ansprüche der Philippinen vorgeworfen. LANS, eine Studentin der Veterinärmedizin, hat diese Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Sie erklärte in ihrem Vlog vom 18. Juli, dass die Erstellung der Inhalte freiwillig erfolgt sei. Ihr Ziel sei es, das Bewusstsein für die nationale Souveränität und die Geschichte der Philippinen zu schärfen. Sie betonte zudem, dass Patriotismus nicht käuflich sei und Liebe zum Land nicht mit bezahlter Propaganda verwechselt werden dürfe.
Die Untersuchung von „The Nerve“ stützte sich auf die Analyse von über tausend öffentlichen Facebook-Posts. Dabei fiel auf, dass die Spitzen der Aktivitäten genau mit den Ankündigungen und Veröffentlichungen ihres Vlogs zusammenfielen. Ein besonders einflussreicher Post stammte von dem als Propagandist eingestuften Nutzer Tio Moreno (unter dem Namen Cho Moreno). In diesem Beitrag verbreitete er die falsche Behauptung, die Ansprüche der Philippinischen Republik im Westphilippinischen Meer hätten keine rechtliche Grundlage. Der Post generierte tausende Interaktionen.
Die rechtliche Lage des Westphilippinischen Meeres ist durch ein wegweisendes Urteil des Ständigen Schiedshofs im Juli 2016 geklärt worden. Dieses Urteil bestätigte die exklusive Wirtschaftszone der Philippinen und erklärte Chinas weitreichende Ansprüche in der Region für ungültig. Die Angriffe auf die Creatorin erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen den Philippinen und China, zehn Jahre nach diesem internationalen Schiedsspruch.




