Sicherheit

Cyberkriminalität auf Rekordniveau: Millionen gestohlener Daten in den Philippinen

Die Cyberbedrohungslage auf den Philippinen hat im ersten Halbjahr 2026 ein neues Ausmaß erreicht. Laut dem aktuellen Cyber Threat Landscape Report von Viettel Cyber Security (VCS) nutzen Kriminelle verstärkt Datenlecks, Identitätsdiebstahl, Ransomware und künstliche Intelligenz, um sowohl kritische Infrastrukturen als auch Privatpersonen anzugreifen.

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Symbolbild: Envato

Die Überwachungsplattform Viettel Threat Intelligence verzeichnete im Zeitraum von Januar bis Juni 2026 mehr als 19,2 Millionen kompromittierte Zugangsdaten. Zudem registrierte VCS insgesamt 255 Datenpannen, bei denen etwa 335 Millionen Datensätze und 2,6 Terabyte an Informationen offengelegt wurden. Besonders schwerwiegend waren koordinierte Angriffe auf den Finanzsektor zwischen März und April, bei denen rund 99 Millionen Datensätze gestohlen wurden. Ein weiterer Vorfall bei einer öffentlichen Einrichtung führte zum Verlust von 45 Millionen Datensätzen.

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg dieser Angriffe ist die Ausnutzung bekannter Softwarelücken. Die Experten identifizierten 77 hochwirksame Schwachstellen in Produkten und Diensten, die auf den Philippinen weit verbreitet sind. Ungepatchte Systeme bieten den Angreifern somit kritische Zugangspunkte für gezielte Kampagnen.

Neben technischen Schwachstellen rückt die Manipulation von Menschen in den Fokus. Im ersten Halbjahr wurden landesweit 16.619 Phishing-Versuche dokumentiert. Die Gefahr steigt durch den Einsatz generativer KI, die es Betrügern ermöglicht, täuschend echte Deepfake-Stimmen oder -Videos zu erstellen. Damit können sich Kriminelle als Bankmitarbeiter, Regierungsbeamte oder sogar Verwandte ausgeben, um Opfer zur Herausgabe von OTP oder zur Autorisierung betrügerischer Transaktionen zu bewegen. Auch Romance Scams, gefälschte Stellenangebote und Lieferbetrug nehmen zu.

Als Reaktion auf diese Entwicklungen müssen Finanzinstitute verstärkt die Sicherheitsvorgaben des Anti-Financial Account Scamming Act (AFASA) der Bangko Sentral ng Pilipinas erfüllen. Parallel dazu hat das Department of Information and Communications Technology (DICT) Initiativen wie das Programm der Trusted Assessment Providers (DTAPs) und das Cybersecurity Posture Assessment Laboratory (CPAL) ausgeweitet, um die Cybersicherheit staatlicher Stellen und kritischer Infrastrukturen zu stärken.

Quellen