Gesellschaft – Landesweit

Bildungskrise vor der SONA: Philippinsches Schulsystem steht vor großen Herausforderungen

Während sich Präsident Ferdinand Marcos Jr. auf seine vierte Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) vorbereitet, steht das philippinische Bildungssystem vor einer entscheidenden Phase. Trotz massiver Investitionen und umfassender Reformprogramme kämpft das Land weiterhin mit einer tiefgreifenden Lernkrise, die Millionen von Schülern betrifft.

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Symbolbild: Envato

Das Bildungsministerium (Department of Education, DepEd) blickt auf eine Zeit des Umbruchs zurück. Als Vizepräsidentin Sara Duterte im Juli 2022 die Leitung des DepEd übernahm, sah sie sich mit den Folgen der Pandemie konfrontiert: Überfüllte Klassenzimmer, Ressourcenmangel und erhebliche Lernverluste prägten den Schulalltag. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, führte sie im Januar 2023 die sogenannte MATATAG-Agenda ein. Dieser langfristige Reformrahmen sollte die Lehrpläne relevanter gestalten, das Wohlbefinden der Lernenden zu fördern und die Unterstützung für Lehrkräfte durch politische Reformen zu verbessern.

Unter der Leitung von Duterte wurden verschiedene Initiativen wie der MATATAG-Lehrplan, das National Learning Camp sowie das Programm „Catch-Up Fridays“ eingeführt. Zudem wurden Programme zum Schutz der Lernenden und zur mentalen Gesundheit gestärkt. Im April 2024 wurde die MATATAG-Agenda zusammen mit dem Basic Education Development Plan 2030 vom National Economic and Development Authority (NEDA) Board als offizieller Fahrplan für die Bildungsreformen des Landes verabschiedet.

Nach Duttes Rücktritt als Bildungsministerin im Juli 2024 übernahm der ehemalige Senator Juan Edgardo „Sonny“ Angara die Leitung des DepEd. Angara setzt die bestehenden Reformen fort, legt jedoch einen verstärkten Fokus auf die Wiederherstellung der Lernleistung, den Bau von Klassenzimmern und das Wohlergehen der Lehrkräfte. Zu seinen Maßnahmen gehören der Ausbau des Academic Recovery and Accessible Learning (ARAL) Programms, die Beschleunigung von Beförderungen und Einstellungen sowie die Verbesserung der Beschaffung von Lehrbüchern und digitalen Lernressourcen.

Die finanziellen Mittel für den Bildungssektor sind auf einem historischen Höchststand. Für das Geschäftsjahr 2026 wurden im Rahmen des GAA 1,34 Billionen Pesos bereitgestellt. Dies entspricht etwa 4,36 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und erfüllt damit den von der UNESCO empfohlenen Benchmark für Bildungsausgaben. Die Mittel sind für den Bau von Schulen, die Entwicklung von Lehrkräften und digitale Lerninitiativen vorgesehen.

Trotz dieser finanziellen Unterstützung bleibt die Lage kritisch. Laut Schätzungen der Weltbank sind 91 Prozent der zehnjährigen Kinder auf den Philippinen nicht in der Lage, einen einfachen, altersgerechten Text zu lesen und zu verstehen. Damit weist das Land eine der höchsten Raten an Lernarmut in Ostasien auf und belegt weiterhin unterdurchschnittliche Platzierungen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.

Quellen: Davao Today / Autor & Redaktion: (Cebu City seit 2014) · anhand dieser Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.