Gesellschaft – Iloilo

Bildungskrise in Iloilo: Tausende Kinder haben Schwierigkeiten beim Lesen

In der philippinischen Provinz Iloilo kämpfen tausende Schülerinnen und Schüler mit erheblichen Leseschwierigkeiten. Wie die zweite Kongresskommission für Bildung (EDCOM 2) auf dem Education Summit 2026 in Iloilo City berichtete, verzeichnet insbesondere die Stadt Iloilo die höchsten Zahlen. Dort haben 2.964 Kinder, was einem Anteil von 17,64 % der untersuchten Gruppe entspricht, Probleme mit der Lesekompetenz.

Students Raise Hands in Classroom with Teachervisootu2
Symbolbild: Envato

Neben der Stadt sind vor allem Kommunen im 5. Distrikt der Provinz betroffen. San Dionisio weist mit 333 betroffenen Lernenden (16,48 %) eine der höchsten Quoten auf, gefolgt von San Rafael mit 14,84 % und Lemery mit 13,54 %. Auch in den Gemeinden Estancia, Sara, Balasan, Batad, Barotac Viejo, Carles und Ajuy liegen die Raten der Leseschwierigkeiten deutlich über dem Durchschnitt.

Ein zentrales Problem der Kommission ist die Verbindung zwischen mangelnder Alphabetisierung und schlechter Ernährung. In 15 Kommunen der Provinz wurde eine sogenannte „Doppelbelastung“ festgestellt: Diese Gebiete weisen sowohl eine hohe Zahl an Leseschwierigkeiten als auch eine hohe Rate an Wachstumsverzögerungen (Stunting) bei Kindern auf. Zu diesen Gebieten gehören unter anderem Carles, Passi City, San Dionisio, Dumangas, Lemery, Santa Barbara, Sara, Estancia und Janiuay.

Karol Mark Yee, der Exekutivdirektor von EDCOM 2, betonte, dass Wachstumsverzögerungen nicht nur ein Gesundheitsproblem, sondern auch eine Bildungskrise darstellen. Da die Auswirkungen von Mangelernährung auf die Gehirnentwicklung weitgehend irreversibel sind, beeinträchtigen sie die kognitive Entwicklung bereits vor dem Eintritt in die Schule. Yee forderte die Verantwortlichen auf, lokale Daten zu nutzen, um gezielte Maßnahmen für Alphabetisierung und Ernährung in den betroffenen Gemeinden umzusetzen.

Die Kommission warnte zudem davor, Bildungsreformen bei jedem Regierungswechsel neu zu starten. Um die langfristige Entwicklung des Humankapitals zu sichern, müsse die Umsetzung von Reformen über mindestens ein Jahrzehnt hinweg kontinuierlich erfolgen. Die aktuelle Krise sei das Ergebnis jahrzehntelanger, fragmentierter Maßnahmen und mangelnder Koordination zwischen den Bildungsbehörden.

Quellen: Daily Guardian / Autor & Redaktion: (Cebu City seit 2014) · anhand dieser Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.