Gesellschaft

Bildungskrise auf den Philippinen: Reformen schreiten voran, aber strukturelle Probleme bleiben

Ein Jahr nach der Bezeichnung der Lage als „Bildungsnotstand“ durch Präsident Ferdinand Marcos Jr. zeigt sich auf den Philippinen ein gemischtes Bild: Während die Regierung Fortschritte bei der Infrastruktur und der Personalbesetzung meldet, warnen Experten und Lehrkräfte vor anhaltenden tiefgreifenden Problemen im Bildungswesen.

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Symbolbild: Envato

In seiner vierten Ansprache an die Nation (State of the Nation Address, SONA) im Juli 2025 betonte der Präsident die dringende Notwendigkeit, die Lernkrise des Landes zu bewältigen. Zu seinen Versprechen gehörten der Bau neuer Klassenzimmer, die Einstellung von Lehrkräften, die Entlastung des Lehrpersonals von administrativen Aufgaben sowie die Verbesserung der Gesundheits- und Ernährungsprogramme für Schüler.

Das Bildungsministerium (Department of Education, DepEd) setzt diese Pläne mit umfangreichen Bauvorhaben um. Ziel ist es, bis zum Ende der Amtszeit von Präsident Marcos insgesamt 40.000 Klassenzimmer zu errichten. Davon sollen etwa 30.000 durch konventionelle Beschaffung und weitere 16.PPP im Rahmen des „School Infrastructure Project Phase III“ realisiert werden.

Bildungsminister Sonny Angara gab bekannt, dass das Ministerium für öffentliche Arbeiten (Department of Public Works and Highways, DPWH) bereits rund 3.600 Klassenzimmer fertiggestellt hat. Aktuell werden über 8.000 weitere Projekte für die Jahre 2024 und 2025 gleichzeitig umgesetzt. Dennoch gibt es finanzielle Hürden: Der Kongress bewilligte für die Fertigstellung von Klassenzimmern lediglich 2,282 Milliarden Pesos, was für 2.067 Räume ausreicht, statt der vom Ministerium geforderten 3,192 Milliarden Pesos für 3.614 Klassenzimmer.

Trotz dieser Maßnahmen bleibt die Kritik von Bildungsakteuren laut. Die Kommission EDCOM II identifiziert Lernarmut, den Mangel an Klassenzimmern und Lehrkräften sowie Governance-Probleme als zentrale strukturelle Herausforderungen. ACT weist darauf hin, dass das erhöhte Budget noch nicht zu spürbaren Verbesserungen für das Personal vor Ort geführt habe. Die Gruppe fordert eine Anhebung des Einstiegsgehalts für Lehrer auf 50.000 Pesos und beklagt weiterhin eine hohe Arbeitsbelastung.

Auf personeller Ebene berichtet das DepEd von Fortschritten bei der Karriereentwicklung. Im Februar wurden 16.423 Lehrer und ECP befördert, was Gehaltserhöhungen ermöglicht, ohne dass die Lehrkräfte den Unterricht verlassen müssen. Für weitere 40.000 Stellen steht die Genehmigung durch das Budgetministerium (Department of Budget and Management, DBM) noch aus. Zudem wurden 32.916 neue Lehrerstellen geschaffen.

Quellen

Dieser Beitrag wurde auf Grundlage der unten verlinkten Quellen und Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.