Bauernverbände kritisieren Agrarpolitik der Marcos-Regierung scharf
EditWährend eines Forums am 17. Juli, dem sogenannten State of Panay Peasant Address (SOPPA), kritisierten Vertreter von Bauern- und Fischerorganisationen auf den Inseln Panay und Guimaras die Leistung der Regierung unter Präsident Ferdinand Marcos Jr. im Bereich Landwirtschaft und Fischerei scharf. Die Organisationen bewerteten die Leistung mit einer ungenügenden Note, da zentrale Versprechen in den ersten vier Amtsjahren nicht umgesetzt wurden.
Die Kritik konzentrierte sich auf sieben Schwerpunkte, darunter die Ernährungssicherheit, die Steigerung der Produktion, die Stabilisierung der Marktpreise sowie die demokratischen Rechte der Lebensmittelproduzenten. An dem Treffen nahmen mehr als 70 Vertreter teil, darunter die Organisation PAMANGGAS. In einer gemeinsamen Erklärung bemängelten die Gruppen, dass die aktuelle Politik nicht effektiv auf die Bedürfnisse der Produzenten eingehe.
Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Landreform. Obwohl das Programm zur Einzelzertifizierung von Landflächen (SPLIT) etwa 181.000 Hektar über 15.000 kollektive Landbesitzurkunden (CLOAs) aufgeteilt hat, sehen die Verbände darin keine echte Umverteilung von Land. In der Region Western Visayas besitzen rund 380.000 Landwirte das Land, das sie bewirtschaften, weiterhin nicht. Zudem profitierten laut den Gruppen nur etwa 7.500 Landwirte von den Schuldenerlass-Bestimmungen des New Agrarian Emancipation Act.
Die Organisationen wiesen zudem darauf hin, dass unter dem CARP seit 2014 keine nennenswerten Fortschritte bei der Landverteilung erzielt wurden. Darüber hinaus beklagen die Verbände die Umwandlung von Agrarflächen in Gewerbeflächen. In der Provinz Iloilo seien etwa 4.000 Hektar Land für kommerzielle Projekte in Gemeinden wie Santa Barbara, Pavia, Oton und San Miguel genutzt worden, was die lokale Landwirtschaft verdränge.
In diesem Zusammenhang wurden Unternehmen wie Ayala, SM Holdings und Megaworld mit Projekten in Verbindung gebracht, die landwirtschaftliche Flächen betreffen. Auch die Ernährungspolitik und die staatliche Budgetierung wurden angegriffen. Das angekündigte Programm für Reis zu einem Preis von 20 Pesos pro Kilogramm sei aufgrund bürokratischer Hürden und fehlender Mittel nicht realisiert worden. Stattdessen stütze sich das Land massiv auf Importe, wobei 2025 mehr als 3 Millionen Tonnen Reis importiert wurden.
Die Gruppen kritisierten zudem, dass die Landwirtschaft nur etwa 4 Prozent des nationalen Budgets erhalte, während hohe Ausgaben für Straßenbau im Vergleich zu mangelnder Bewässerung und Mechanisierung steckten. Ein Beispiel sei ein Straßenprojekt in Passi City, bei dem die Kosten von 250 Millionen Pesos für 28 Kilometer als unverhältnismäßig hoch eingestuft wurden. Abschließend wiesen die Teilnehmer auf die Folgen des El Niño-Phänomens hin, das im Zeitraum 2023-2024 Schäden in Höhe von schätzungsweise 9,89 Milliarden Pesos in der Agrar- und Fischereisektor verursachte.
Zudem wurden Menschenrechtsverletzungen gegen Landwirte und indigene Völker, wie etwa im Fall der sogenannten Tumandok 9, thematisiert.




