Kultur – Batanes

Batanes: Autor Dorian Merina kämpft gegen Gebietsansprüche für die kulturelle Identität

Chinesische Wissenschaftler haben erneut Gebietsansprüche auf die nordlichste philippinische Provinz Batanes erhoben. Dies geschieht, nachdem Forscher unter anderem der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften und der Nanjing Universität auf einem Symposium an der Jinan Universität in Guangzhou argumentierten, dass die Inselgruppen Batanes und Babuyan eine geografische Erweiterung Taiwans darstellten.

Child in Elaborate Feathered Costume at Festival
Symbolbild: Envato

Da Peking Souveränität über Taiwan beansprucht, folgern die Gelehrten, dass Batanes somit ebenfalls zu China gehören sollte. Sie stützten sich dabei auf die Interpretation von Verträgen nach dem Zweiten Weltkrieg sowie auf den Pariser Vertrag von 1898, um die Zugehörigkeit zu den Philippinen infrage zu stellen. Anfang Juni 2026 äußerten sie ihre Ansichten auf dem Symposium.

Philippinische Historiker, Rechtsexperten und Regierungsbehörden haben diese Behauptungen scharf zurückgewiesen. Die National Historical Commission of the Philippines (NHCP) wies die Argumente der Forscher mit Verweis auf historische und wissenschaftliche Belege zurück. So wurde betont, dass Spanien Batanes bereits 1783 formell in die philippinische Kolonie eingegliedert hatte.

Zudem zeigten ozeanografische Studien, dass die Inseln auf dem Festlandsockel von Nord-Luzon liegen und nicht mit Taiwan verbunden sind. Auch der britische Entdecker William Dampier fand bei seinem Besuch im Jahr 1687 keine Anzeichen für eine chinesische Verwaltung der Inseln. Diese Fakten unterstreichen die Zugehörigkeit Batanes' zu den Philippinen.

Für Dorian Merina, der im Dorf Savidug auf der Insel Sabtang lebt, ist der Schutz der Kultur ein Akt des Widerstands. Er dokumentiert die traditionelle mündliche Poesie der Ivatan, bekannt als Laji, und widmete seinem preisgekrönten Werk „Di Achichúk“ das Leben. Das Buch, das 2020 mit dem Gintong Aklat Award ausgezeichnet wurde, verknüpft die Geografie und Sprache der Inseln mit den gelebten Erfahrungen der Menschen.

Merina betont, dass die Identität der Ivatan untrennbar mit ihrem Land und ihrer Geschichte verbunden ist. Er sieht in der Literatur und der Pflege der eigenen Sprache die stärksten Mittel, um der kulturellen Fremdbestimmung entgegenzuwirken und die Autonomie der Gemeinschaft zu bewahren. Sein Engagement gewinnt angesichts aktueller politischer Spannungen an Bedeutung.

Quellen: Rappler / Autor & Redaktion: (Cebu City seit 2014) · anhand dieser Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.