Ausländische Portfolioinvestitionen auf den Philippinen im Juni deutlich eingebrochen
EditDie Zuflüsse von ausländischem Portfolio-Kapital auf den Philippinen sind im Juni deutlich zurückgegangen. Nach Daten der Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) belief sich der Nettozufluss ausländischer Portfolioinvestitionen (FPI) auf 170 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einem Rückgang von fast 27 Prozent im Vergleich zum Nettozufluss des Vormonats.
Diese Entwicklung führt dazu, dass das erste Halbjahr des Jahres nun einen Nettoabfluss von insgesamt 4 Milliarden US-Dollar aufweist. Dies stellt eine massive Kehrtwende gegenüber dem Vorjahreszeitraum dar, in dem im gleichen Zeitraum noch ein Nettogewinn von fast 2 Milliarden US-Dollar verzeichnet worden war. Solche kurzfristigen Kapitalbewegungen, die oft als „Hot Money“ bezeichnet werden, gelten als besonders anfällig für schnelle Umschichtungen bei sich ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Im Gegensatz zu langfristigen ausländischen Direktinvestitionen, die meist fest mit der Schaffung von Arbeitsplätzen verbunden sind, reagieren diese liquiden Mittel in Aktien und Anleihen sehr sensibel auf Verschiebungen der nationalen und globalen Stimmungslage. Im Juni zeigten sich die Investoren dabei gespalten: Während sie verstärkt Staatsanleihen kauften, zogen sie sich massiv aus dem lokalen Aktienmarkt zurück.
Bei den staatlichen Wertpapieren, darunter Treasury Bonds und Treasury Bills, wurde im Juni ein Nettozufluss von 540 Millionen US-Dollar registriert. Das ist ein Anstieg von fast 60 Prozent gegenüber dem Vormonat, während die Rendite der 10-jährigen Benchmark-Anleihen im Monat über 7 Prozent lag. Demgegenüber stand ein Nettoabfluss von 370 Millionen US-Dollar bei den lokalen Aktien. Dieser Abfluss war 3,6-mal so hoch wie die Abzüge des Vormonats, die bei 104 Millionen US-Dollar gelegen hatten.
Jonathan Ravelas, Senior-Berater bei Reyes Tacandong & Co., führt die verstärkten Aktienverkäufe auf Sorgen über das globale Wachstum, Handelsunsicherheiten, geopolitische Spannungen sowie den künftigen Kurs der US-Geldpolitik zurück. Die verstärkten Zuflüsse in Staatsanleihen deuteten hingegen auf eine Flucht in sicherere Anlagen hin. Anleger seien von stabilen Renditen und der Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die BSP infolge der nachlassenden Inflation angezogen worden.
Ravelas prognostizierte zudem, dass die Portfolioflüsse aufgrund globaler Entwicklungen volatil bleiben könnten. Solange die externen Unsicherheiten bestehen und sich die Gewinnprognosen nicht verbessern, könnten Anleger festverzinsliche Wertpapiere gegenüber Aktien bevorzugen, selbst wenn die wirtschaftlichen Grundlagen der Philippinen unterstützend wirken.
Die BSP hat infolge dieser Dynamik ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026 angepasst. Die Erwartung für die gesamten Portfolioinvestitionen wurde von ursprünglich 3,7 Milliarden US-Dollar auf nun 1,8 Milliarden US-Dollar Nettozufluss gesenkt. Zwar wird für das Jahr 2027 eine Erholung erwartet, die durch eine verbesserte weltweite Lage und strukturelle Faktoren wie die Aufnahme in Anleihenindizes begünstigt werden könnte, die Zentralbank geht jedoch von einem allmählichen und ungleichmäßigen Wiederanstieg aus.





