ASEAN-Diplomaten treffen sich in Manila inmitten globaler Krisen
Die ASEAN und ihrer wichtigsten Partner sind diese Woche zu diplomatischen Treffen in Manila zusammengekommen, während die Welt von erheblicher internationaler Instabilität geprägt ist, insbesondere durch die wiederaufgenommenen offenen Konflikte zwischen den USA und dem Iran.
Die anhaltenden Feindseligkeiten im Nahen Osten haben die Minister besorgt, da sie befürchten, dass diese die Bemühungen internationaler Vermittler untergraben und die Aussichten auf eine friedliche Lösung durch Diplomatie und Dialog schmälern könnten. Ein besonderes Anliegen ist die Sicherheit der Energieversorgung durch die Straße von Hormus sowie die möglichen Auswirkungen auf die Inflation und das globale Wirtschaftswachstum.
Südostasien ist mit einem kombinierten Bruttoinlandsprodukt von 3,8 Billionen US-Dollar ein bedeutender Ölimporteur und daher wirtschaftlich verwundbar. Um die Folgen möglicher Lieferengpässe abzufedern, arbeitet die ASEAN an der Beschleunigung eines Mechanismus zur Ölteilung innerhalb des Blocks. Die Lage wurde durch die Ankündigung der iranisch nahestehenden Huthi-Miliz einer Seeblockade gegen Saudiarabien weiter verschärft, was ein neues Konfliktpotenzial für den Welthandel darstellt.
Neben den globalen Krisen stehen regionale Herausforderungen im Fokus der Treffen. So führen die Diplomaten informelle Konsultationen zum Bürgerkrieg in Myanmar, der seit dem Militärputz vor fünf Jahren schätzungsweise 100.000 Menschen das Leben gekostet hat. Zudem werden die Spannungen im Südchinesischen Meer thematisiert, wo die ASEAN und China seit fast einem Jahrzehnt versuchen, einen Verhaltenskodex zur Vermeidung von Eskalationen auszuarbeiten.
Unmittelbar vor dem Treffen haben die Spannungen im Südchinesischen Meer eine neue Stufe erreicht. Die Philippinen warfen der chinesischen Küstenwache vor, am Montag in der Nähe des umstrittenen Second Thomas Shoal einen philippinischen Marineangehörigen mit einem Schlagstock gegen den Kopf geschlagen zu haben. China wies diesen Vorwurf als falsch zurück, woraufhin Peking den philippinischen Botschafter einberief. Das US-Außenministerium verurteilte das Vorgehen Chinas als gefährlich und aggressiv.
An der Konferenz nehmen neben den ASEAN-Staaten auch Vertreter aus Indien, Japan, Australien, Südkorea, Russland, Großbritannien und der Europäischen Union teil. Die Anwesenheit des US-Außenministers Marco Rubio und des chinesischen Außenministers Wang Yi ist besonders im Fokus, da sie möglicherweise bilaterale Gespräche führen werden. Rubio betonte bei seiner Ankunft in Manila die Verpflichtung der USA zur Freiheit der Schifffahrt und warnte davor, dass diese Freiheit nicht garantiert sei, sollte eine Macht den Handel als geopolitisches Instrument nutzen.
Ergänzend zu den diplomatischen Bemühungen kündigte Australien am Dienstag eine weitere Unterstützung für die Philippinen an. Das Land stellt 6,7 Millionen US-Dollar für ein Drohnen-Paket zur Verfügung, das die Überwachungskapazitäten der philippinischen Küstenwache durch Langstrecken- und Unterwasserdrohnen sowie entsprechende Schulungen stärken soll.
Quellen
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