Angriffe auf Investigativzentrum legen Schwachstellen bei ausländischer Desinformation offen
EditGezielte Angriffe pro-chinesischer Facebook-Konten auf das PCIJ haben die Anfälligkeit der philippinischen Informationsinfrastruktur gegenüber ausländischer Manipulation aufgezeigt.
Diese Vorfälle verdeutlichen die Risiken durch sogenannte Foreign Information Manipulation and Interference (FIMI), also die gezielte Beeinflussung und Manipulation von Informationen durch ausländische Akteure.
Das PCIJ setzt sich bereits seit dem vergangenen Jahr mit dem Thema FIMI auseinander, insbesondere im Zusammenhang mit pro-chinesischer Propaganda in sozialen Medien.
Ein konkreter Vorfall ereignete sich, als das PCIJ Erklärvideos und Infografiken zu seinen Berichten veröffentlichte.
Die Kommentarspalten wurden daraufhin massiv mit pro-pekinischen Narrativen geflutet.
Auch die chinesische Botschaft in den Philippinen beteiligte sich an der Kritik und warf dem PCIJ vor, aufgrund früherer Förderungen durch das US-amerikanische National Endowment for Democracy (NED) pro-US-amerikanisch zu sein.
Analysen der zivilgesellschaftlichen Organisation Democracy.net.ph sowie des PCIJ zeigen, dass pro-chinesische Facebook-Konten die Aussagen der chinesischen Botschaft als erste verbreiteten.
Diese Konten wiesen zudem enge Verbindungen zu Propaganda zugunsten des ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte, seiner Familie und deren Verbündeten auf.
Bei einer Untersuchung der ersten 12 Stunden nach einer Stellungnahme der Botschaft im Februar 2026 stellten die Experten fest, dass ein Großteil der Interaktionen von Konten mit hoher Wahrscheinlichkeit für Fälschungen („High Inauthenticity“) ausging.
Die Schwachstellen in der staatlichen Infrastruktur wurden auch in einem Fachforum thematisiert, das von der Technologiefirma CirroLytix und der Law School der University of Asia and the Pacific organisiert wurde.
Ein daraus resultierendes Grundsatzpapier weist darauf hin, dass die Erkennung und Dokumentation solcher Manipulationsversuche derzeit noch stark von zivilgesellschaftlichen Initiativen abhängt, anstatt durch feststehende staatliche Strukturen abgesichert zu sein.





