Amtsenthebungsverfahren: COA-Zeugin widerspricht Nutzung von Geheimgeldern durch Vizepräsidentin
EditIm laufenden Amtsenthebungsverfahren gegen Vizepräsidentin Sara Duterte-Carpio hat eine Zeugin der staatlichen Rechnungsprüfungsbehörde (Commission on Audit, COA) ausgesagt, dass vertrauliche Operationen nicht zu den offiziellen Aufgaben ihres Amtes gehören. Dies gilt ebenso für ihre frühere Funktion als Ministerin für Bildung. Die Zeugin, Xylene del Campo, die für das Büro zur Prüfung von Geheimdienst- und vertraulichen Mitteln (ICFAO) der COA tätig ist, gab diese Erklärung am 15. Tag der Senatssitzung ab.
Del Campo reagierte damit auf Fragen der Staatsanwältin Lorna Kapunan, die untersuchen wollte, ob die Verwendung von OVP DepEd sei. Kapunan verwies in ihrer Argumentation auf die festgelegten Funktionen des OVP, welche unter anderem exekutive, zeremonielle und soziale Aufgaben sowie Programme zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Filipinos umfassen.
Auf die Frage, ob vertrauliche Operationen in diesen Aufgabenbereich fallen, antwortete Del Campo mit einem deutlichen Nein und stützte sich dabei auf die offiziellen Mandate der Institutionen. Die Zeugin vertiefte ihre Aussage auch in Bezug auf das Bildungsministerium. Da die Hauptverantwortung der Bildungsministerin die Verwaltung des Grund-, Elementar- und Sekundarschulwesens umfasst, stellte Del Campo klar, dass vertrauliche Aktivitäten nicht zu diesem Aufgabenprofil gehören.
Ein weiterer Schwerpunkt der Aussage betraf die Abrechnung der Geheimgelder des OVP für das Jahr 2022. Del Campo erklärte, dass bestimmte Aktivitäten, die das Büro zur Rechtfertigung der Ausgaben angeführt hatte, nach den geltenden Vorschriften nicht über diese Mittel hätten finanziert werden dürfen. Dazu gehörten unter anderem Baumpflanzaktionen, Weihnachtsfeiern sowie die Verteilung von Rollstühlen und andere soziale Dienstleistungen, die im Zeitraum vom 13. bis 18. Dezember 2022 durchgeführt wurden.
Ein entscheidender Punkt in der Argumentation der Zeugin war der Zeitpunkt der Mittelbereitstellung: Das OVP erhielt die Zuweisung von 125 Millionen Pesos an Geheimgeldern für das Jahr 2022 erst am 21. Dezember, also mehrere Tage nach den genannten Aktivitäten. Del Campo wies darauf hin, dass das Gemeinsame Rundschreiben 2015-01 (Joint Circular 2015-01), welches die Regeln für die Nutzung von Geheim- und Geheimdienstgeldern festlegt, solche Ausgaben nicht als zulässig auflistet.
Gemäß diesem Rundschreiben dürfen Geheimgelder primär für die Informationsbeschaffung im Zusammenhang mit der nationalen Sicherheit und der Aufrechterhaltung von Frieden und Ordnung verwendet werden. Dazu zählen auch Transportmittel für vertrauliche Aktivitäten, Kosten für sichere Unterkünfte, Ausrüstung für sensible Operationen sowie Belohnungen für Informanten, sofern diese dokumentiert sind.
Abschließend hob Del Campo eine Bestimmung hervor, die es Behörden untersagt, vertrauliche oder geheimdienstliche Vorschüsse zu nutzen, um Ausgaben zu erstatten, die bereits getätigt wurden, bevor die Gelder tatsächlich bewilligt wurden. Die Zeugenaussage ist Teil der Bemühungen der Anklage, die Vorwürfe bezüglich der Handhabung und Verwendung von Geheimgeldern während der Amtszeit von Duterte-Carpio als Vizepräsidentin und Bildungsministerin zu untermauern.





