Wirtschaft: Landesweit

Amro warnt vor wirtschaftlicher Schwäche auf den Philippinen

Das ASEAN+3 Macroeconomic Research Office (Amro) prognostiziert für die philippinische Wirtschaft im laufenden Jahr eine anhaltende Schwächephase. In seinem aktuellen Quartalsbericht hält die regionale Überwachungsgruppe die Wachstumsprognose für 2026 bei 4,1 Prozent. Dies würde eine weitere Verlangsamung gegenüber dem bereits gedämpften Wirtschaftswachstum von 4,4 Prozent im Jahr 2025 bedeuten.

Aerial view of Bonifacio Global City
Symbolbild: Envato

Trotz der negativen Wachstumsaussichten hat Amro seine Inflationsprognose nach unten korrigiert. Für dieses Jahr wird nun ein Anstieg der Verbraucherpreise um 5,7 Prozent erwartet, verglichen mit der vorherigen Schätzung von 6 Prozent. Dennoch liegt dieser Wert deutlich über dem offiziellen Ziel der Regierung von 3 Prozent. Die Prognose für die Inflation im Jahr 2027 blieb mit 4,1 Prozent unverändert.

Dong He, Chefökonom bei Amro, erklärte, dass die Philippinen bisher eine der am stärksten von den Ölpreisschocks betroffenen Ländern in der Region seien. Dies spiegele sich in den niedrigeren Wachstumsraten wider. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde bereits im ersten Quartal durch ein Wachstum von lediglich 2,8 Prozent gebremst. Als Ursachen nannte He die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten sowie die Folgen eines Korruptionsskandals, der das Vertrauen in die Wirtschaft erschüttert hatte.

Ein weiteres Hindernis stellt der begrenzte fiskalische Spielraum der Regierung dar. Da staatliche Ausgaben zur Absicherung der Haushalte gegen steigende Preise kaum möglich waren, konnten sich Inflationsdruck auf wichtige Konsumgüter schnell ausbreiten. Die Bangko Sentral ng Pilipinas (Zentralbank der Philippinen) reagierte darauf mit einer Anhebung der Zinssätze um insgesamt 50 Basispunkte.

Zusätzliche Unsicherheit bringen neue Handelskonflikte mit sich. Die US-Regierung unter Donald Trump hat Zölle von 10 bis 12,5 Prozent auf Importe aus 60 Handelspartnern, darunter auch die Philippinen, angekündigt. Grund dafür seien Vorwürfe, dass die Partner die Verbote für Waren, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden, nicht ausreichend durchsetzen. He zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich die Region nach den seit April 2025 bestehenden Vergeltungszöllen gut an diese Unsicherheiten angepasst habe.