Wirtschaft: Landesweit

Abschaffung der Systemverlustgebühren auf den Philippinen könnte bis 2027 dauern

Die vollständige Streichung der Systemverlustgebühren auf Stromrechnungen könnte etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Das philippinische Energieministerium (Department of Energy, DOE) erklärte dazu, dass vor der Umsetzung umfangreiche Modernisierungen der Infrastruktur, regulatorische Anpassungen sowie verstärkte Maßnahmen gegen Stromdiebstahl notwendig seien.

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Symbolbild: Envato

Energieministerin Sharon Garin gab am Dienstag bekannt, dass die Gebühren bis zum Jahr 2027 abgeschafft werden könnten. Dies entspräche dem Zeitraum vor der nächsten Ansprache des Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. an die Nation (State of the Nation Address). Um dies zu erreichen, sollen zeitnah Gespräche mit der Energieregulierungskommission (Energy Regulatory Commission, ERC) und der Nationalen Elektrizitätsverwaltung (National Electrification Administration, NEA) aufgenommen werden.

Das Vorhaben folgt einer direkten Aufforderung von Präsident Marcos, der das Parlament dazu drängte, das Gesetz zur Reform der Stromindustrie (Electric Power Industry Reform Act, Epira) umgehend zu ändern. Der Präsident betonte, dass Haushalte nicht für Strom bezahlen sollten, der sie nie erreicht, und dass die Ineffizienz der Verteilungsunternehmen nicht auf die Verbraucher abgewälzt werden dürfe. Die geplante Änderung soll sowohl die technischen und nicht-technischen Systemverluste als auch die darauf erhobene Mehrwertsteuer betreffen.

Systemverluste entstehen durch technische Widerstände in Leitungen und Transformatoren sowie durch nicht-technische Ursachen wie illegalen Strombezug, defekte Zähler oder Abrechnungsfehler. Energiemitarbeiter Mario Marasigan wies darauf hin, dass ein Großteil der nicht-technischen Verluste auf Stromdiebstahl durch illegale Anschlüsse zurückzuführen sei.

Das DOE und die beteiligten Behörden planen, mehr als 100 Elektrizitätsgenossenschaften und private Versorgungsunternehmen zu prüfen. Ziel ist es, den Investitionsbedarf zur Senkung der Verluste zu ermitteln. Viele Unternehmen müssten Stromleitungen, Umspannwerke und Messsysteme modernisieren. Sobald die Maßnahmen greifen, könnten die Stromrechnungen laut Schätzungen des DOE je nach Versorger um etwa 5 bis 10 Prozent sinken. Bei der Manila Electric Co. (Meralco) machen diese Gebühren derzeit rund 5 Prozent der monatlichen Rechnung aus.