Gesellschaft: Negros Occidental
Vorwurf der Vetternwirtschaft: Barangay-Funktionäre sollen Stipendien zurückzahlen
EditIn der Provinz Negros Occidental gibt es Forderungen nach der Rückzahlung von Bildungshilfen durch lokale Amtsträger. Hintergrund ist der Vorwurf, dass Kinder oder Verwandte von Barangay-Funktionären in die Liste der Begünstigten des präsidentiellen Stipendienprogramms aufgenommen wurden.
Richard Julius Sablan, Präsident der Negros Occidental Liga ng mga Barangay, rief die betroffenen Funktionäre dazu auf, die erhaltenen 20.000 Pesos an Bildungsbeihilfe zurückzugeben. Er betonte die Notwendigkeit von Transparenz und Rechenschaftspflicht bei der Auswahl der Empfänger, damit die Unterstützung tatsächlich den bedürftigsten Studierenden zugutekommt. Das Innenministerium (Department of the Interior and Local Government, DILG) untersucht derzeit bereits Beschwerden über Unregelmäßigkeiten in den Gemeinden Bago City, Cauayan und Moises Padilla.
Ein Fall in Bago City soll als Beispiel dienen: Dort hat eine Barangay-Kapitänin die 20.000 Pesos, die ihr eigenes Kind erhalten hatte, bereits freiwillig zurückerstattet. Sablan regte an, dass sich andere Funktionäre, die in ähnlichen Situationen stecken, ebenfalls dazu bewegen sollten, die Namen ihrer Familienmitglieder proaktiv zu ersetzen, um Vorwürfe und Fragen zum Auswahlprozess zu vermeiden.
Die Mittel stammen aus dem Programm „Bawat Barangay Makikinabang“, bei dem das Präsidialamt Malacañang über 42.000 Barangays landesweit mit jeweils 200.000 Pesos aus dem Socio-Civic Projects Fund unterstützt. Laut Gouverneur Eugenio Jose Lacson liegt die Entscheidungsgewalt darüber, wie diese Mittel eingesetzt werden, bei den jeweiligen Barangay-Kapitänen. Die Zuweisung ist dabei hälftig aufgeteilt: 100.000 Pesos sind für Gemeinschafts- oder Sicherheitsprojekte vorgesehen, während die restlichen 100.000 Pesos für Stipendien reserviert sind. Letztere sollen auf fünf Studierende verteilt werden, die jeweils 20.000 Pesos erhalten.
Sablan räumte ein, dass die Namen der Begünstigten bereits im Februar von den Vorsitzenden eingereicht wurden, obwohl die offiziellen Richtlinien des DILG erst später veröffentlicht wurden. Er stellte jedoch klar, dass Schwierigkeiten bei der Suche nach Bewerkern oder eine anfängliche Zögerlichkeit der Bewohner kein Grund sein dürften, freie Plätze mit Familienmitgliedern zu besetzen. Teodora Sumagaysay, die provinzielle Direktorin des DILG in Negros Occidental, mahnte zudem, dass die Auswahl der Empfänger durch einen objektiven Prozess erfolgen müsse, um Interessenkonflikte, Vetternwirtschaft und Bevorzugung zu verhindern.




