Politik

Umwelt- und Klimakrise: Zentrale Themen vor der Ansprache des Präsidenten Marcos

Im Vorfeld der fünften SONA von Präsident Ferdinand Marcos Jr., die am Montag, den 27. Juli, stattfinden soll, stehen die Philippinen vor massiven ökologischen Herausforderungen. Zu den drängendsten Themen gehören eine anhaltende Mülldeponie-Krise, die Auswirkungen des El Niño auf die Ernährungssicherheit sowie die Wasserversorgung im Zusammenhang mit dem Pax-Silica-Projekt.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – Portrait
Quelle: Google

Die erste Jahreshälfte 2026 war von schwerwiegenden Vorfällen bei Mülldeponien geprägt, unter anderem in Binaliw (Cebu City), Rodriguez (Rizal) und Davao City, die Todesopfer forderten. Zudem führte ein Brand auf einer geschlossenen Deponie in Navotas zu Evakuierungen in Teilen von Bulacan. Diese Vorfälle haben auch politische Spannungen ausgelöst, etwa zwischen dem Bürgermeister von Davao City, Sebastian „Baste“ Duterte, und dem Palast aufgrund der Schließung der dortigen Deponie. Während Umweltschützer vor den Risiken von Waste-to-Energy-Projekten warnen, hat das Energieministerium die Auktionen für solche Vorhaben im Rahmen des Green Energy Program wieder aufgenommen.

Ein weiteres kritisches Thema ist das El Niño-Phänomen, dessen Höhepunkt für November erwartet wird. Da die Landwirtschaft bereits im Jahr 2024 durch El Niño Verluste in Höhe von 57,8 Milliarden Pesos erlitt, hat Landwirtschaftsminister Francisco Tiu Laurel Jr. die Beschleunigung von Bewässerungs- und Klimaanpassungsprojekten angeordnet. Die Landwirtschaft und Fischerei stehen zudem vor wirtschaftlichen Unsicherheiten durch schwankende Treibstoff- und Düngemittelpreise, die durch internationale Konflikte beeinflusst werden.

Zuletzt sorgt das Pax-Silica-Projekt in New Clark City für Diskussionen. Die Initiative der USA soll Lieferketten für die Ära der künstlichen Intelligenz stärken, wobei die Philippinen durch ihre Reserven an Nickel, Kupfer, Chromit und Kobalt eine Schlüsselrolle einnehmen sollen. Kritiker und die Akbayan-Partei äußern jedoch die Sorge, dass die für die Kühlung von Rechenzentren benötigten Wassermengen die lokale Versorgung gefährden und die Landwirtschaft sowie indigene Aeta-Gemeinschaften benachteiligen könnten. Joshua Bingcang, Vorsitzender der Bases Conversion and Development Authority (BCDA), versicherte hingegen, dass das Industriezentrum über eine eigene Wasserversorgung verfügen werde und durch Methoden wie Wasserrecycling und die Speicherung von Oberflächenwasser die lokalen Ressourcen nicht beeinträchtigen werde.

Quellen

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