Gesellschaft: Landesweit

Überalterung der katholischen Orden auf den Philippinen erfordert neue Betreuungskonzepte

Die katholischen Frauenorden auf den Philippinen stehen aufgrund einer alternden Mitgliederstruktur vor massiven Herausforderungen bei der Seniorenbetreuung. Eine aktuelle Studie, die der Konferenz der Oberinnen (Conference of Major Superiors in the Philippines, CMSP) vorgelegt wurde, zeigt auf, dass die Versorgung älterer Ordensschwestern sowohl die finanziellen als auch die infrastrukturellen Kapazitäten der Gemeinschaften stark belastet.

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Symbolbild: Envato

Die Untersuchung wurde vom Center for Applied Research in the Apostolate (CARA) in Zusammenarbeit mit der CMSP durchgeführt. Die Ergebnisse verdeutlichen den demografischen Wandel innerhalb der Gemeinschaften: Von den 45 untersuchten Frauenorden sind rund 70 Prozent der Mitglieder 50 Jahre oder älter. Fast die Hälfte der Mitglieder, nämlich 48 Prozent, ist über 60 Jahre alt, wobei 24 Prozent der Schwestern bereits mindestens 70 Jahre alt sind.

Sister Thu Do von der Kongregation der Liebhaber des Heiligen Kreuzes von Hanoi stellte die Ergebnisse während der zweiten nationalen Versammlung der CMSP in Zamboanga City vor. Sie erklärte, dass die Altenpflege und andere Themen des geweihten Lebens kein isoliertes Problem einzelner Orden mehr darstellten, sondern eine kollektive Herausforderung für jede Gemeinschaft seien. Obwohl viele Ordensschwestern trotz ihres Alters weiterhin in ihrem Dienst aktiv bleiben, wächst der finanzielle Druck auf die Gemeinschaften.

Besonders kleinere Institute sind betroffen, da sie über weniger aktive Mitglieder verfügen, die Einkommen generieren können, während gleichzeitig die medizinischen Kosten steigen. Rund 40 Prozent der Orden geben mehr als die Hälfte ihres Budgets für die Seniorenbetreuung aus. Insgesamt identifizierten 79 Prozent der befragten Gemeinschaften finanzielle Unterstützung als ihren dringendsten Bedarf. Ein weiteres Problem ist die bauliche Beschaffenheit der Klöster: Viele traditionelle Gebäude wurden für junge, aktive Missionare gebaut und verfügen nicht über notwendige Merkmale für ältere Bewohner, wie etwa Rampen, Handläufe oder barrierefreie Badezimmer.

In der medizinischen Versorgung verlassen sich die meisten Orden auf externe Krankenhäuser, während nur etwa ein Drittel eigene Pflegeeinrichtungen unterhält. Sister Thu Do regte daher an, Ressourcen zu teilen, Pflegekräfte auszubilden und gemeinsame Standards für die Betreuung zu entwickeln. Ein Vorschlag für eine interkonfessionelle Pflegeeinrichtung, die auch kleineren Orden dient, stieß bei 57 Prozent der befragten Gemeinschaften auf Interesse.

Auch im Bereich der Ausbildung gibt es Handlungsbedarf. Zwar stellen 61 Prozent der Orden externes Personal ein, doch 63 Prozent gaben an, dass zusätzliche Schulungsprogramme für die Ordensmitglieder, die selbst die Pflege übernehmen, notwendig seien. Neben der medizinischen Versorgung sollten auch emotionale und spirituelle Bedürfnisse sowie Schutzmaßnahmen gegen Vernachlässigung und Isolation berücksichtigt werden. Zudem betonte Do, dass die Vorbereitung auf das Alter bereits in den 40er und 50er Jahren durch einen gesunden Lebensstil beginnen müsse, um das Altern in den 70er und 80er Jahren positiv zu beeinflussen.