Politik

Spannungen im Südchinesischen Meer: Marcos lädt chinesischen Botschafter vorzeitig ein

Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung im Ayungin-Riff (Second Thomas Shoal) hat der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. den chinesischen Botschafter Jing Quan am Dienstag, den 21. Juli 2026, zu einem Gespräch in den Malacañang-Palast einbestellt. Das Treffen, das laut Palastsprecherin Claire Castro für 17:00 Uhr angesetzt war, folgt unmittelbar auf einen Vorfall im Westphilippinischen Meer, bei dem ein philippinischer Soldat verletzt wurde.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – am Rednerpult stehend
Quelle: Google

Der Vorfall ereignete sich am Montag, den 20. Juli, CCG ein Schlauchboot mit acht Besatzungsmitgliedern nahe dem Wrack der BRP Sierra Madre einsetzte. AFP kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der ein philippinischer Soldat durch einen Schlag mit einem Holzstock am Kopf eine Schnittwunde erlitt. Während die philippinische Seite versuchte, die chinesischen Kräfte durch den Einsatz eigener Boote zu vertreiben, beschuldigte Peking Manila einer gezielten Provokation während einer Routinepatrouille.

Die diplomatischen Beziehungen sind bereits durch Sanktionen belastet. Beijing hat in der Vergangenheit bereits zwei Mitglieder des philippinischen Kabinetts sanktioniert: den Arbeitsminister Francis Tolentino sowie Verteidigungsminister Gilberto Teodoro Jr. Dies ist die erste Einbestellung des aktuellen Botschafters Jing Quan, der erst im Dezember 2025 in Manila eintraf. Sein Vorgänger, Huang Xilian, war bereits zweimal wegen des Einsatzes von Lasern gegen die philippinische Küstenwache sowie wegen der Sanktionen gegen Tolentino einbestellt worden.

Gleichzeitig findet in Manila ein hochrangiger Besuch des chinesischen Außenministers Wang Yi im Rahmen der ASEAN-Treffen statt. Dies ist sein erster Besuch in der philippinischen Hauptstadt seit Juli 2022. Die diplomatischen Bemühungen finden vor einem Hintergrund massiver öffentlicher Empörung statt, unter anderem nach der Veröffentlichung eines rassistischen Videos durch das staatliche chinesische Medienhaus China Daily, das die Philippinen herabwürdigend darstellte.

International hat das US-Außenministerium die chinesischen Handlungen scharf verurteilt. Der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, bezeichnete das Verhalten Chinas als gefährlich und aggressiv. Die USA bekräftigten zudem das Schiedsgerichtsurteil von 2016, welches die weitreichenden Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer als völkerrechtswidrig eingestuft hat, eine Entscheidung, die Peking nicht anerkennt.

Das Ayungin-Riff liegt innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone der Philippinen, etwa 100 Seemeilen von Palawan entfernt. Obwohl Marcos Anfang 2026 signalisierte, die Beziehungen zu China neu ordnen zu wollen, nehmen die maritimen Konflikte durch die zunehmende Militarisierung chinesischer künstlicher Inseln und die aggressive Taktik der chinesischen Küstenwache weiter zu.

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