Senatorin Legarda fordert ehrliche Bilanz in Marcos' fünfter SONA
Im Vorfeld der fünften Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) von Präsident Ferdinand Marcos Jr. am 27. Juli 2026 hat die Senatorin Loren Legarda dazu aufgerufen, den Bürgern eine ehrliche Bilanz der aktuellen Lage des Landes zu präsentieren. Die Bevölkerung verdiene eine transparente Darstellung der Entwicklungen nach Jahren, die von wirtschaftlicher Unsicherheit, steigenden Preisen, Korruptionsskandalen und Klimakatastrophen geprägt waren, so die Senatorin.
Legarda betonte, dass die Rede direkt auf die Sorgen der Familien eingehen müsse, die durch eine Abfolge von Krisen belastet sind. Viele Haushalte verfügten nicht über ausreichende Ersparnisse oder stabile Einkommen, um auf Schocks wie die anhaltende Lebensmittelinflation, geopolitische Konflikte oder schwankende Kraftstoffpreise zu reagieren. Die Senatorin wies darauf hin, dass die Abhängigkeit von importiertem Treibstoff dazu führe, dass Konflikte in der Region des Nahen Ostens unmittelbar die Kosten für Transport, Strom und Lebensmittel auf den Philippinen in die Höhe treiben.
Ein zentraler Kritikpunkt der Senatorin betrifft die interne Regierungsführung. Sie erklärte, dass externe wirtschaftliche Belastungen durch Schwächen innerhalb des Staates verschärft würden. Dazu zählte sie Korruption, Verschwendung öffentlicher Gelder, verzögerte Projekte sowie mangelnde Rechenschaftspflicht. Die kommende SONA müsse daher darlegen, welche Strukturreformen umgesetzt wurden, wer für Fehlentwicklungen zur Verantwortung gezogen wurde und wie das Vertrauen der Steuerzahler in den Umgang mit öffentlichen Mitteln wiederhergestellt werden soll.
Die wirtschaftliche Lage wird durch aktuelle Inflationsdaten untermauert. Im Juni 2026 lag die Inflationsrate bei 6,4 % und damit deutlich über dem Zielbereich der Regierung von 2 % bis 4 %. Die Zentralbank der Philippinen (Bangko Sentral ng Pilipinas) hat infolge des anhaltenden Preisdrucks die Zinssätze angehoben und prognostiziert für das gesamte Jahr eine Inflationsrate von 6,4 %, was auf globale Lieferengpässe und hohe Ölpreise zurückgeführt wird.
Zudem mahnte Legarda zur Vorsicht bei der jüngsten Einstufung des Landes durch die Weltbank. Seit dem 1. Juli 2026 wird die Philippinen als Volkswirtschaft mit mittlerem Einkommen eingestuft, nachdem das Bruttonationaleinkommen pro Kopf 4.850 US-Dollar erreichte und damit über der Schwelle von 4.636 US-Dollar lag. Obwohl dies einen langfristigen wirtschaftlichen Fortschritt markiere, dürfe dies nicht als endgültiger Sieg missverstanden werden, der weitere Maßnahmen überflüssig mache.
Quellen
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