Projekt zur Bekämpfung von Mangelernährung und Bodenerosion in den Hochlagen der Philippinen
In den landwirtschaftlich geprägten Hochlandregionen der Philippinen setzt eine Nichtregierungsorganisation auf ein integriertes Farm-System, um sowohl die Bodenerosion zu verringern als auch die Mangelernährung unter Bauernfamilien zu bekämpfen. Das Mindanao Baptist Rural Life Center (MBRLC) mit Sitz in Kinuskusan, Bansalan, Davao del Sur, nutzt hierfür die sogenannte Simple Agro-Livestock Technology (SALT 2).
Die Philippinen sind ein bedeutendes Agrarland, wobei der Sektor im Jahr 2022 nach dem Dienstleistungs- und dem Industriesektor den dritten Platz in der Wirtschaft einnahm. Von den rund 30 Millionen Hektar Land entfallen 9,7 Millionen Hektar auf landwirtschaftliche Flächen. Laut dem Department of Environment and Natural Resources (DENR) sind etwa 60 Prozent dieser Flächen als Hochland klassifiziert, also in Höhenlagen zwischen 100 und 500 Metern über dem Meeresspiegel. In diesen Gebieten ist die Landwirtschaft stark vom Regen abhängig, und Wasserknappheit stellt ein dauerhaftes Problem dar.
Ein kritisches Problem in diesen Hanglagen ist die Erosion der fruchtbaren obersten Bodenschicht. Da die weltweite Nahrungsmittelproduktion zu 95 Prozent auf dieser obersten Schicht basiert, ist ihr Schutz essenziell. Viele Landwirte bewirtschaften in den Hochlagen zudem steile, marginale Flächen, die besonders anfällig für Abtragung sind.
Zusätzlich zur Bodenerosion leidet die Bevölkerung in den Hochlagen unter Mangelernährung. Studien, etwa in den Hochlandregionen von Palawan, belegten bei Kindern Fälle von Mangelernährung zweiten und dritten Grades. Um dem entgegenzuwirken, setzt das MBRLC auf die Zucht von Milchziegen als zusätzliche Einkommensquelle und zur direkten Verbesserung der Ernährungslage. Jethro P. Adang, Direktor des MBRLC, erklärte, dass die Zucht eigener Ziegen die Notwendigkeit von Kühlschränken verringere. Da die Milch direkt vor Ort gewonnen werden kann, sei sie weniger anfällig für Verderb, was besonders in Gebieten ohne Stromversorgung von Vorteil sei.
Das SALT 2-Modell ist eine Weiterentwicklung der Sloping Agricultural Land Technology (SALT 1). Auf einer Modellfarm von nur einem halben Hektar wird die Fläche wie folgt aufgeteilt: 40 Prozent für den Anbau von Nutzpflanzen wie Zitrusfrüchten, schwarzem Pfeffer, Bohnen und Mais, 40 Prozent für die Viehhaltung, primär Ziegen, und die verbleibenden 20 Prozent für die Forstwirtschaft mit Obstbäumen sowie stickstofffixierenden Pflanzen.
Das System nutzt einen geschlossenen Kreislauf: Die Ziegen produzieren Dung, der als Dünger für die Nutzpflanzen und das Futter dient. Gleichzeitig werden Hecken aus stickstofffixierenden Bäumen gepflanzt, die regelmäßig zurückgeschnitten werden, um als Ziegenfutter zu dienen. Laut Untersuchungen enthält der Ziegenmist unter anderem 1,5 Prozent Stickstoff, 1,2 Prozent Kalium und 0,5 Prozent Phosphor.