Philippinische Zentralbank verschärft Kontrollen für Casino-Junket-Geschäfte
Im Zusammenhang mit Casino-Junket-Betreibern soll verhindert werden, dass Banken als Kanäle für illegale Aktivitäten genutzt werden. Deshalb hat die philippinische Zentralbank (Bangko Sentral ng Pilipinas, BSP) beaufsichtigte Finanzinstitute angewiesen, die Sicherheitsvorkehrungen gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu verstärken.
Casino-Junket-Betreiber organisieren Dienstleistungen für vermögende Kunden, darunter Reisearrangements, Kreditgewährung und die Buchung von Spielräumen. Laut der stellvertretenden Gouverneurin der BSP, Lyn I. Javier, bergen Finanztransaktionen mit diesen Betreibern ein erhöhtes Risiko für Geldwäsche. Durch die Identifizierung von Warnsignalen möchte die Zentralbank die Integrität des Finanzsystems schützen.
Ein Leitfaden der BSP, verabschiedet durch das Monetary Board, nennt konkrete Warnsignale. Dazu zählen ungewöhnliche Bargeldbewegungen, komplexe Eigentümerstrukturen in Unternehmen sowie verschachtelte Transaktionen, die die Herkunft oder den Zweck von Geldern verschleiern sollen. Der Leitfaden trägt den Titel „Risk Management Practices for Customers Engaged in Casino Junket Operations“ und wurde am 2. Juli 2026 unter der Resolution Nr. 598 verabschiedet.
Die BSP empfiehlt den Finanzinstituten eine verstärkte Risikoüberwachung in fünf Kernbereichen. Diese umfassen die Aufsicht durch Vorstand und Geschäftsleitung, Programme zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, die Annahme und Identifizierung von Kunden, die kontinuierliche Überwachung sowie Meldung verdächtiger Transaktionen sowie die Durchführung von Selbstprüfungen und Schulungen. Zudem sollen verstärkte Sorgfaltspflichten bei Hochrisikokunden und automatisierte Überwachungssysteme eingesetzt werden.
Hintergrund der Verschärfung ist eine Überprüfung von Universal-, Geschäfts- und Sparbanken, die Geschäftsbeziehungen zu Junket-Betreibern unterhalten. Dabei stellte die BSP fest, dass Bargeld und Schecks die primären Mittel für den Geldfluss in und aus Junket-Betrieben sind. Eine Analyse des Anti-Money Laundering Council aus dem Januar 2023 verdeutlichte die Problematik: Universal- und Geschäftsbanken reichten 71,6 % der untersuchten verdächtigen Transaktionsmeldungen im Zusammenhang mit Casino-Junkets ein, während landgebundene Casinos 60,6 % des Gesamtwerts dieser verdächtigen Transaktionen ausmachten.