Wirtschaft: Landesweit

Philippinen nutzen verstärkt Auslandskredite für Infrastrukturausbau

Die philippinische Regierung hat im ersten Halbjahr des laufenden Jahres die Inanspruchnahme von Projektkrediten massiv gesteigert. Durch den verstärkten Einsatz ausländischer Finanzmittel soll die Entwicklung der nationalen Infrastruktur beschleunigt werden.

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Symbolbild: Envato

Nach aktuellen Daten des Entwicklungshaushalts-Koordinationsausschusses (Development Budget Coordination Committee, DBCC) stiegen die Auszahlungen für Projektkredite zwischen Januar und Juni um fast 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Summe erreichte 74,2 Milliarden Pesos und lag damit 52,5 Prozent über dem für die Mitte des Jahres geplanten Budget von 48,7 Milliarden Pesos.

Der DBCC begründet diesen Anstieg mit der kontinuierlichen Umsetzung von Infrastruktur- und Sozialprogrammen im Rahmen des „Build-Better-More“-Programms. Bei Projektkrediten handelt es sich um zweckgebundene Auslandsdarlehen, die primär für spezifische Bauvorhaben eingesetzt werden.

Die JICA stellte mit 35,1 Milliarden Pesos den größten Anteil an der Projektfinanzierung bereit. Davon wurden 15,4 Milliarden Pesos für die zweite Tranche des Metro-Manila-U-Bahnprojekts (Phase 1) sowie 9,4 Milliarden Pesos für das North-South Commuter Railway Projekt verwendet. Die Asian Development Bank (ADB) folgte mit 18,1 Milliarden Pesos, wovon jeweils 6,8 Milliarden Pesos in die zweite Tranche des Malolos-Clark Railway Projekts und die erste Tranche des South Commuter Railway Projekts flossen. Beide Eisenbahnprojekte werden vom Verkehrsministerium (Department of Transportation, DOTr) geleitet. Weitere 15,1 Milliarden Pesos stammten von der International Bank for Reconstruction and Development (IBRD).

Im Gegensatz dazu verzeichneten die Programmkredite, die allgemeinere Finanzierungen für Regierungsprogramme und politische Reformen darstellen, einen Rückgang. Diese sanken um 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 156,2 Milliarden Pesos und blieben damit 3 Prozent unter dem Zielwert von 161,1 Milliarden Pesos. Laut DBCC liegt dies daran, dass die Regierung im ersten Halbjahr den Fokus verstärkt auf Projektkredite legte, um den Infrastrukturausbau voranzutreiben.

Bei den Programmkrediten war die ADB mit 76 Milliarden Pesos der größte Geldgeber, gefolgt von der IBRD mit 62,2 Milliarden Pesos und der Agence Française de Développement mit 14,2 Milliarden Pesos. Insgesamt erhöhten die höheren Projektkredite die Brutto-Außenverschuldung im ersten Halbjahr auf 544,8 Milliarden Pesos. Dies entspricht einem Anstieg von 35,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt knapp 4 Prozent über dem geplanten Wert von 524,1 Milliarden Pesos. Für das gesamte Jahr hat die Regierung Projektkredite in Höhe von 97,35 Milliarden Pesos und Programmkredite in Höhe von 403,8 Milliarden Pesos vorgesehen.