Neues Nährstoffmodell soll gesündere Ernährung fördern und Übergewicht reduzieren
In den Philippinen steigen die Fälle von ernährungsbedingten Krankheiten unter Jugendlichen, und die Adipositasraten nehmen zu. Um Verbrauchern bei der Auswahl gesünderer Lebensmittel zu helfen und das Risiko für nichtübertragbare Krankheiten zu senken, wurde das Philippine Nutrient Profile Model (PNPM) entwickelt.
Das PNPM dient als evidenzbasierter Standard zur Klassifizierung von vorverpackten Lebensmitteln und Getränken. Es soll insbesondere Kindern eine gesündere Wahl ermöglichen, indem es Produkte mit einem hohen Gehalt an Zucker, Natrium oder Salz identifiziert. Ma. Theresa Rivas, Nutrition Officer III beim National Nutrition Council (NNC) Calabarzon, erklärte in Calamba City, Laguna, dass das PNPM dabei helfen wird, die Menge an Fett, Zucker sowie Natrium oder Salz in Lebensmitteln sichtbar zu machen.
Übergewicht und Fettleibigkeit erhöhen das Risiko für Krankheiten wie Diabetes, Herzerkrankungen und Bluthochdruck. Zudem wird ein besorgniserregender Anstieg von chronischen Nierenerkrankungen (Chronic Kidney Disease, CKD) beobachtet, von denen mittlerweile nicht mehr nur Erwachsene, sondern auch Kinder betroffen sind. Das aktuelle Lebensmittelangebot in den Philippinen wird von Experten für öffentliche Gesundheit als ein Umfeld beschrieben, das zu Übergewicht beiträgt.
In einer solchen Umgebung sind viele weit verbreitete und stark beworbene Produkte kalorien-, zucker-, salz- und fettreich. Die Wahl der Lebensmittel wird dabei nicht nur durch persönliche Vorlieben, sondern auch durch Marktfaktoren wie Werbung, Verpackung, Preisgestaltung und die Rezeptur der Produkte beeinflusst, was gesündere Optionen für philippinische Verbraucher oft weniger zugänglich oder erschwinglich macht. Rivas empfahl zudem, sich beim Einkaufen bewusst zu sein und die Nährwertetiketten auf den Produkten zu lesen.
Das NNC nutzt das PNPM als Referenz für die Kennzeichnung auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen (Front-of-Package Labeling). Dadurch sollen Verbraucher erkennen können, welche Produkte bestimmte Nährwertschwellen überschreiten, um fundierte Kaufentscheidungen auf Basis der Nährstoffzusammensetzung zu treffen. Wenn Verbraucher erkennen, dass ein Produkt ungesund ist, sollten sie es im Markt nach Möglichkeit nicht mehr kaufen.
Das PNPM zielt darüber hinaus darauf ab, die anhaltende Mangelernährung im Land zu bekämpfen. Diese ist durch das gleichzeitige Auftreten von Unterernährung und steigenden Übergewichtsraten in allen Altersgruppen gekennzeichnet, was wiederum mit einer wachsenden Last an ernährungsbedingten nichtübertragbaren Krankheiten verbunden ist.
Da das PNPM nun als nationale technische Referenz übernommen wurde, werden das NNC und seine Partnerbehörden das Modell nutzen, um künftige politische Maßnahmen zu entwickeln, die Überwachung und Evaluierung zu unterstützen sowie regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zu ermöglichen.