Neue Korruptionsvorwürfe gegen ehemaligen Abgeordneten Gonzales wegen Hochwasserschutz-Projekten
EditGegen den ehemaligen stellvertretenden Sprecher des Repräsentantenhauses, Aurelio „Dong“ Gonzales Jr., wurde erneut eine Beschwerde beim Ombudsmann eingereicht. Die Vorwürfe umfassen Plünderung, Korruption sowie die Ausübung unzulässiger Interessen im Zusammenhang mit zwei Verträgen für Hochwasserschutzmaßnahmen, die ein Gesamtvolumen von 359.374.654,14 Pesos erreichen.
Die Beschwerde wurde am 5. August 2026 von Terence Sampang Napao eingereicht, der als Vorsitzender der Mexico Liga ng mga Barangay und als Barangay-Chef von Sto. Cristo tätig ist. Neben Gonzales werden DPWH der Region 3 als Beschuldigte aufgeführt.
Zu den namentlich genannten Familienmitgliedern gehören Aurelio Brenz P. Gonzales, der als Präsident und Mehrheitsaktionär der A.D. Gonzales Jr. Construction & Trading Co., Inc. (ADG) fungiert und derzeit stellvertretender Bürgermeister der Stadt San Fernando ist. Ebenfalls in der Beschwerde genannt werden Aurelio M. Gonzales III., Alyssa Michaela M. Gonzales, Aurelio Micheline M. Gonzales und Zenaida G. Quiambao, die Positionen als Vizepräsident, Sekretärin, Schatzmeisterin oder Direktorin bei der Firma ADG innehaben.
Zusätzlich werden vier Beamte des DPWH als Beschuldigte gelistet: der ehemalige Direktor der Region 3, Roseller A. Tolentino, der die Zuteilungsbescheide und Vertragsvereinbarungen unterzeichnete, sowie BAC Ignacio F. Evangelista, die Leiterin des BAC-Sekretariats Anna Marie L. Tayag und der stellvertretende Vorsitzende des BAC Arthur Q. Santos. Zudem wurden nicht näher benannte DPWH-Mitarbeiter als „John Does“ aufgeführt, die mutmaßlich die Leistungsberichte und Zahlungsanforderungen zertifiziert haben.
Die Vorwürfe beziehen sich auf zwei spezifische DPWH-Verträge am Abacan-Fluss in Mexico, Pampanga. Das erste Projekt, die Contract ID 23C00048 zur Errichtung von Hochwasserschutzstrukturen, Deichen und Böschungsschutzarbeiten in Suclaban, wurde im Februar 2023 mit einem Wert von 94.552.876,03 Pesos vergeben. Das zweite Projekt, die Contract ID 23C00049 für Deich- und Schutzarbeiten in Culubasa, wurde im März 2023 mit einem Volumen von 264.821.778,11 Pesos unterzeichnet.
Napao macht geltend, dass beide Verträge über das Büro von Gonzales gesichert wurden, während dieser als Abgeordneter des 3. Distrikts von Pampanga amtierte. Dieser Distrikt umfasst die Stadt San Fernando sowie die Gemeinden Arayat, Bacolor, Mexico und Santa Ana. Die strafrechtliche Komponente der Beschwerde stützt sich auf den Anti-Plunder Act (RA 7080), das Gesetz gegen Korruption und unethische Praktiken (RA 3019) sowie auf den Revised Penal Code bezüglich der Ausübung verbotener Interessen und der Veruntreuung öffentlicher Gelder. Auch Verstöße gegen den Verhaltenskodex für Amtsträger (RA 6713) werden angeführt.
Auf administrativer Ebene werden schweres Fehlverhalten, Unredlichkeit, grobe Pflichtverletzung und ein Verhalten, das dem Interesse des Dienstes zuwiderläuft, vorgeworfen. Sollten diese Vorwürfe bestätigt werden, könnten die Strafen von einer Entlassung bis hin zum dauerhaften Ausschluss von öffentlichen Ämtern reichen.
Diese neue Einreichung folgt auf ein bereits im September 2023 eingeleitetes Verfahren, das im November 2023 vom Ombudsmann mangels Stichhaltigkeit abgewiesen wurde. In jenem Fall ging es um die mutmaßliche Absprache zur Vergabe von Projekten im Wert von über 611 Millionen Pesos an ein Bauunternehmen, das den Namen des damaligen Abgeordneten trug und dessen Geschäftsadresse sich in unmittelbarer Nähe zu dessen Wohnhaus befand.
Napao begründet die neue Beschwerde mit neuen Beweisen, darunter Videoaufnahmen und geodatenbasierte Fotografien vom 30. Juli 2026. Diese sollen belegen, dass die Bauwerke mit minderwertigen Materialien errichtet wurden und infolgedessen bereits eingestürzt sind, erodiert sind oder unerklärliche Reparaturen erforderten.
Die Angelegenheit erhält zusätzliche Brisanz durch Aussagen von Ombudsmann Jesus Crispin Remulla Mitte des vergangenen Monats. Er erklärte gegenüber Medien, dass Vorbereitungen für Anklagen gegen Gonzales wegen möglicher Interessenkonflikte laufen. Dabei geht es um seine angebliche Beteiligung an Bauunternehmen während seiner Amtszeit im Kongress, insbesondere bei Projekten im Bereich des Hochwasserschutzes. Gonzales hat ähnliche Anschuldigungen in der Vergangenheit als wiederholte und recycelte Vorwürfe zurückgewiesen. Eine Stellungnahme zu den aktuellen Vorwürfen lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht vor.



