Müllkrise in Davao City nach Einsturz der Deponie
EditEin schwerer Erdrutsch auf der städtischen Mülldeponie in Barangay New Carmen hat in Davao City eine massive Abfallkrise ausgelöst. Am 20. Mai 2026 gegen 13:10 Uhr kollabierte ein riesiger Müllberg auf dem Gelände der Deponie im Tugbok-Distrikt und begrub eine Fläche von etwa 3,72 Hektar unter sich. Zwei Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, während die Suche nach einer weiteren vermissten Person noch Tage später andauerte.
Die Folgen des Einsturzes sind weitreichend: Rund 180 Familien mussten aus den gefährdeten Gebieten rund um die Deponie evakuiert werden, während die Rettungsarbeiten liefen. Das nationale Umweltministerium (Department of Environment and Natural Resources, DENR) ordnete den sofortigen Stopp des Deponiebetriebs an, um geotechnische Untersuchungen und ingenieurtechnische Maßnahmen durchzuführen und die Stabilität des Geländes zu gewährleisten.
Der Stillstand der Deponie hat das Entsorgungssystem der Stadt unter enormen Druck gesetzt. Davao City produziert täglich zwischen 700 und 800 Tonnen Festabfall, was bei Großveranstaltungen wie dem Araw ng Dabaw oder dem Kadayawan sa Dabaw auf bis zu 1.000 Tonnen ansteigen kann. Ohne die reguläre Entsorgungsstelle kam es in den Wohnvierteln zu Verzögerungen bei der Müllabfuhr und zu überquellenden Sammelstellen.
Die Situation hat zu öffentlichen Spannungen zwischen der Stadtverwaltung und der Umweltbehörde geführt. Während Bürgermeister Sebastian „Baste“ Duterte die Suspendierung der Deponie für den wachsenden Müllrückstau verantwortlich macht, betont das DENR, dass der Betrieb erst nach Abschluss der Sicherheitsprüfungen, der Hangstabilitätsanalysen und der Überwachung der Sickerwasserwerte wieder aufgenommen werden kann. Als Reaktion auf die Krise rief der Bürgermeister den Bereich vor dem regionalen Büro des DENR in Lanang als zusätzlichen Sammelpunkt aus, was jedoch zu großen Mengen übelriechenden Abfalls führte.










