Politik

Marcos steht vor schwieriger Ansprache zur Lage der Nation

Präsident Ferdinand „Bongbong“ Marcos Jr. wird am Montag, den 27. Juli 2026, seine fünfte Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) vor dem Repräsentantenhaus halten. Die Ansprache erfolgt vor einem herausfordernden Hintergrund, der durch wirtschaftliche Instabilität und sinkendes Vertrauen in die Regierung geprägt ist.

President Ferdinand Marcos der Philippinen – am Rednerpult stehend
Quelle: Google

Die wirtschaftliche Lage stellt eine erhebliche Belastung dar. Der philippinische Peso erreichte zuletzt einen historischen Tiefstand von 61,847 Pesos pro US-Dollar. Zudem ist die Inflationsrate seit Juni 2025 von 1,4 % auf 6,4 % angestiegen. Dieser Anstieg wird maßgeblich auf die Krise im Nahen Osten und die damit verbundene Abhängigkeit der Philippinen von Ölimporten aus dieser Region zurückgeführt. Zwar wurde das Land als Volk mit mittlerem Einkommen eingestuft, doch bleibt die Frage offen, inwieweit dieser Status den Alltag der Bevölkerung verbessert.

Auch das gesellschaftliche Vertrauen in die Administration ist rückläufig. Laut Umfragen der Social Weather Stations (SWS) vom Juni 2026 liegt die Vertrauensrate des Präsidenten bei lediglich 34 %. Eine aktuelle Erhebung von Pulse Asia, die Ende Juni und Anfang Juli durchgeführt wurde, zeigt mit 28 % sogar noch niedrigere Werte. Ein zentrales Thema bleibt dabei die Korruptionsbekämpfung. Nachdem Marcos im Vorjahr scharfe Kritik an der Veruntreuung von Geldern für Hochwasserschutzprojekte geübt hatte, steht die Regierung nun unter Beobachtung, ob sie die Korruptionsbekämpfung konsequent und ohne politische Bevorzugung fortsetzt. Auf die Frage, ob er das Thema erneut adressieren wird, antwortete der Präsident lediglich, man solle auf das nächste Kapitel warten.

Hinsichtlich der Gesetzgebung zeigt sich ein gemischtes Bild. Von den 53 Prioritätsgesetzen, die der Legislative-Executive Development Advisory Council (LEDAC) empfohlen hat, wurden bisher erst zwei verabschiedet. Dazu gehören das Gesetz zur Verschiebung der Bangsamoro-Parlamentswahlen auf den 14. September 2026 (RA 12317) sowie die Verleihung von Notstandsbefugnissen zur Anpassung der Verbrauchssteuern auf Erdölprodukte aufgrund der steigenden Kraftstoffpreise (RA 12316). Ein Großteil der geplanten Maßnahmen verbleibt jedoch weiterhin in den Ausschüssen des Senats und des Repräsentantenhauses.

Quellen

Dieser Beitrag wurde auf Grundlage der unten verlinkten Quellen und Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.