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Marcos setzt auf vorausschauende Katastrophenhilfe durch neues Infrastrukturnetzwerk

Die philippinische Regierung stellt ihre Strategie bei Naturkatastrophen um: Weg von rein reaktiven Maßnahmen, hin zu einem vorausschauenden System. Präsident Ferdinand Marcos Jr. erklärte in seiner vorletzten Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA), dass die Verwaltung nun auf prädiktive Katastrophenhilfe setzt. Durch den Aufbau eines landesweiten Netzwerks aus Infrastrukturen für die Krisenreaktion soll die Bereitstellung von Hilfsgütern in betroffenen Gemeinden beschleunigt werden.

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Bild: PIA

Das neue System umfasst primäre Ressourcen-Zentren für Luzon und Visayas, während ein weiteres Zentrum für Mindanao geplant ist. Ergänzt wird dieses Netzwerk durch 15 Hubs, 76 Spokes sowie 919 sogenannte Last-Mile-Einrichtungen im ganzen Land. Laut Präsident Marcos ermöglicht dieses robuste System die Lieferung von Notnahrung und Hilfsgütern an Zielgebiete innerhalb von nur 24 Stunden. Er verwies zudem auf die Effektivität von öffentlich-privaten Lieferketten, dezentralen Lagern und der Vorpositionierung von LGUs.

Um die Versorgung in Krisengebieten zu sichern, plant die Regierung den Einsatz mobiler Energiesysteme für die Notstromversorgung. Flankiert werden diese Maßnahmen durch das staatliche Notfall-Kommunikationssystem und den ersten satellitengestützten Mobilfunkdienst des Landes, der eine unterbrechungsfreie Kommunikation während Katastrophen gewährleisten soll. Marcos betonte, dass das Konzept eines „Zustands unmittelbar bevorstehender Katastrophen“ (State of Imminent Disaster) dazu führen werde, dass Vorbereitungen getroffen werden, bevor eine Krise eintritt.

Im Bereich des baulichen Schutzes werden neben den bereits 137 errichteten Evakuierungszentren neue sogenannte Ligtas Pinoy Centers gebaut. Der Bau soll in Regionen beginnen, die häufig von Taifunen betroffen sind, darunter Bicol, Eastern Samar, Bukidnon und Davao de Oro. Diese Gebäude sind darauf ausgelegt, extremen Bedingungen wie Super-Taifunen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 340 km/h oder Erdbeben der Stärke 8,4 standzuhalten. Der Präsident forderte den Kongress zudem auf, eine Änderung des nationalen Baugesetzbuches (National Building Code) zu prüfen, um moderne Sicherheitsstandards zu etablieren. Er mahnte an, dass auch private Infrastrukturen diese hohen Qualitätsstandards erfüllen müssen.

In Bezug auf vergangene Ereignisse berichtete Marcos, dass die Regierung bereits Hilfen im Wert von mindestens 3 Milliarden Pesos an 600.000 Familien geleistet hat, die von den jüngsten Erdbeben in Visayas und Mindanao betroffen waren.