Mangelnde Ressourcen erschweren inklusive Bildung für Kinder mit Behinderungen
Vier Jahre nach der Verabschiedung des Gesetzes Republic Act No. 11650 kritisieren Abgeordnete die langsame Umsetzung der inklusiven Bildung für Lernende mit Behinderungen (LWDs) auf den Philippinen. In einer Anhörung des Ausschusses für Primärbildung des Repräsentantenhauses am 20. Juli 2026 bemängelten die Gesetzgeber, dass die gesetzlich vorgeschriebene Unterstützung in der Praxis noch nicht ausreichend umgesetzt wird.
Ein wichtiger Kritikpunkt ist das Fehlen multidisziplinärer Teams (MDTs) in den drei Inclusive Learning Resource Centers (ILRCs) in Metro Manila. Diese Zentren befinden sich an der Batino Elementary School in Quezon City, der Alabang Elementary School in Muntinlupa City und der P. Gomez Elementary School in Manila. Laut Gesetz sind diese Teams essenziell, um die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Schüler durch professionelle Bewertungen zu ermitteln und sie so in das Bildungssystem zu integrieren. Die MDTs sollen laut Gesetz aus einer Vielzahl von Experten bestehen, darunter pädagogische Psychologen, Beratungslehrer, Logopäden, Physiotherapeuten sowie Spezialisten für Gebärdensprache oder Braille-Schrift.
Roman Romulo, Abgeordneter aus Pasig City und Vorsitzender des Ausschusses, betonte, dass ohne eine fundierte Bewertung durch solche Fachkräfte keine echte Inklusion stattfinden könne, da man ohne diese Diagnosen nicht wisse, wie man die Schüler angemessen betreue. Das DepEd räumte die Defizite ein. Stellvertretender Staatssekretär Jerome Buenviaje erklärte, dass die ILRCs zwar als betriebsbereit gelten, die Teams jedoch unvollständig seien. Man arbeite derzeit mit Partnerschaften mit Universitäten und Gesundheitsbehörden zusammen, um Fachkräfte bereitzustellen.
Die Problematik wird durch Zahlen der zweiten Kommission für Bildungsreform (EDCOM 2) untermauert. Eine Studie aus dem November 2025 zeigt, dass im Schuljahr 2024-2025 lediglich etwa 391.000 Lernende mit Behinderungen an öffentlichen Schulen eingeschrieben waren. Dies entspricht nur etwa 8 % der geschätzten 5,1 Millionen betroffenen Kinder landesweit. Viele Kinder bleiben somit entweder ganz ohne Schulbildung oder werden aufgrund nicht identifizierter Behinderungen nicht gezielt gefördert.
Zusätzlich zu den personellen Engpässen mangelt es an finanziellen Mitteln und Lehrmaterialien. Obwohl das Budget für das Programm für Sonderpädagogik für 2026 auf 1,04 Milliarden Pesos angehoben wurde, kritisierte die Exekutivdirektorin von EDCOM 2, Karol Mark Yee, dass die Mittel ungleich verteilt, unzureichend und oft verspätet seien. Während das DepEd eine durchschnittliche Zuweisung von 1.400 Pesos pro Schüler anstrebt, erhielten einige Schulen lediglich 333 Pesos pro Kind. Zudem fehlt es an barrierefreien Lernmaterialien in Formaten wie Braille, Audio oder Gebärdensprache.
Quellen
Dieser Beitrag wurde auf Grundlage der unten verlinkten Quellen und Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.