Wirtschaft

Lohnanstieg in Metro Manila: Historische Erhöhung löst Debatte aus

Am 25. Juli tritt in der Metropolregion Manila eine neue Mindestlohnregelung in Kraft, die eine deutliche Erhöhung der täglichen Löhne für etwa 1,1 Millionen Beschäftigte vorsieht. Die Verordnung NCR-27 sieht eine sofortige Anhebung des Mindestlohns im nicht-landwirtschaftlichen Sektor von bisher 695 Pesos auf 755 Pesos vor.

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Eine weitere Steigerung um 25 Pesos ist für Januar 2027 geplant, womit der Tagessatz schließlich 780 Pesos erreichen wird. Arbeitsminister Francis Tolentino bezeichnete die Gesamterhöhung von 85 Pesos als historisch, da es sich um die größte tägliche Steigerung handelt, die das regionale Lohnkomitee seit seiner Gründung im Jahr 1989 gewährt hat.

Die Entscheidung stößt jedoch auf geteilte Reaktionen. Während die Gewerkschaft Kilusang Mayo Uno die Erhöhung als unzureichend kritisiert und auf einen Bedarf von etwa 1.200 Pesos pro Tag für eine fünfköpfige Familie hinweist, warnt die FEF vor den Folgen für Arbeitgeber.

Die FEF forderte sogar die Aussetzung der Verordnung, da die Steigerung von 12 Prozent das Produktivitätswachstum und die Inflation deutlich übersteige, was kleine Unternehmen in die Insolvenz oder zu Entlassungen treiben könnte. Das DOLE wies Forderungen nach einer Verschiebung der Umsetzung entschieden zurück und betonte, dass die Erhöhung wie geplant am Samstag in Kraft tritt.

Die ECOP, die im Lohnkomitee vertreten ist, akzeptierte das Ergebnis. Die Federation of Free Workers wies zudem darauf hin, dass wirtschaftlich belastete Kleinst- und Kleinunternehmen bis zum 22. September Anträge auf Befreiung von der Lohnpflicht stellen können.

Auch die Zentralbank der Philippinen (Bangko Sentral ng Pilipinas, BSP) reagierte auf die Entscheidung. Gouverneur Eli Remolona Jr. gab an, dass die Erhöhung die Erwartungen der Bank übertroffen habe; man habe mit sechs Prozent gerechnet, die tatsächliche Steigerung liege jedoch bei 12 Prozent.

Aufgrund dessen wurden die Inflationsprognosen für 2026 auf 6,4 Prozent und für 2027 auf 4,5 Prozent angehoben. Ökonomen befürchten sogenannte Folgeeffekte, bei denen Unternehmen die höheren Lohnkosten über die Preise an die Verbraucher weitergeben.

Analysten von Chinabank Research schätzen, dass die Lohnanpassung in der Region Metro Manila die Inflation um etwa 0,19 Prozentpunkte erhöhen könnte. Sollten andere Regionen ähnliche Schritte folgen, könnte dieser Effekt auf 0,44 Prozentpunkte steigen.

Experten sehen zudem dringenden Handlungsbedarf bei der Durchsetzung bestehender Mindestlöhne durch das DOLE sowie bei der Beschleunigung des Befreiungsverfahrens für kleine Betriebe, um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern.

Quellen

Dieser Beitrag wurde auf Grundlage der unten verlinkten Quellen und Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.