Lehrergruppen kritisieren auslassende Rede von Präsident Marcos
EditNach der fünften Rede zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) von Präsident Ferdinand Marcos Jr. äußerten verschiedene Lehrerverbände ihre Enttäuschung. Den Organisationen zufolge fehlten in der Ansprache konkrete Pläne für Gehaltserhöhungen sowie Maßnahmen zur Reduzierung der administrativen Arbeitsbelastung für Lehrkräfte.
Die ACT und die Teachers’ Dignity Coalition (TDC) fordern unterschiedliche Anpassungen der Vergütung. Während die ACT ein Einstiegsgehalt von 50.000 Pesos anstrebt, fordert die TDC eine pauschale Erhöhung um 15.000 Pesos für alle Lehrkräfte. Ruby Bernardo, Vorsitzende der ACT, betonte, dass die bloße Anerkennung der Heldenhaftigkeit von Lehrkräften nicht ausreiche. Stattdessen seien Gehaltserhöhungen und eine Anhebung der wirtschaftlichen Entlastungszulage (Personnel Economic Relief Allowance, PERA) notwendig. Bernardo wies darauf hin, dass die Nettoverdienste von Polizisten durch Zulagen deutlich über denen von Lehrkräften lägen, während Pflegekräfte in vergleichbaren Einstiegspositionen bereits höhere Gehaltsstufen erreichen.
Auch bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln gibt es Kritik. Präsident Marcos berichtete, dass die Regierung Lehrkräften technische Geräte wie Laptops, Tablets und Smart-TVs sowie kostenloses mobiles Internet zur Verfügung stelle. Die Verbände ACT und TDC entgegneten jedoch, dass viele Lehrkräfte die versprochenen Laptops noch immer nicht erhalten haben. Benjo Basas, nationaler Vorsitzender der TDC, kritisierte in diesem Zusammenhang die mangelnde Rechenschaftspflicht der Regierung gegenüber den Versprechen aus dem Vorjahr.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Arbeitsbelastung. Die ACT bemängelt, dass keine Maßnahmen zur Reduzierung administrativer Aufgaben angekündigt wurden. Zudem bleibe unklar, inwieweit Lehrkräfte für das Academic Recovery and Accessible Learning (ARAL) Programm herangezogen werden. Für dieses Programm sind im Haushalt 2026 fast 9 Milliarden Pesos vorgesehen, wovon über eine Milliarde für Überstundenzahlungen reserviert sind. Die Second Congressional Commission on Education (EDCOM 2) hatte zudem gehofft, dass der Präsident Strategien zur Verbesserung der Umsetzung des ARAL-Programms sowie zur Modernisierung der Bildungsbehörden wie dem Department of Education (DepEd) thematisieren würde.



