Landkonflikt in Tarlac: Ayta-Gemeinschaften kämpfen gegen Vertreibung durch Militär
In der Gemeinde Capas in der Provinz Tarlac kommt es zu zunehmenden Spannungen zwischen der indigenen Bevölkerung der Ayta und staatlichen Institutionen. Die Ayta-Gemeinschaften wehren sich gegen die Aufforderung, Gebiete zu verlassen, die ihre Vorfahren bereits seit Jahrtausenden bewohnen. Historische Aufzeichnungen belegen, dass die Ayta eine der frühesten Bewohner der Region um den Mount Pinatubo waren, noch bevor die spanische Kolonialisierung oder die Gründung der Republik die Philippinen prägten.
Der Kern des Konflikts liegt in der Nutzung des Landes durch das Militär. Das Gebiet von Crow Valley und angrenzende Einrichtungen wurden durch Regierungsverordnungen offiziell für Verteidigungszwecke reserviert. Während Camp O’Donnell bereits während der amerikanischen Kolonialzeit als Militärstützpunkt entstand, entwickelte sich das Crow-Valley-Gelände zu einem der wichtigsten Trainingsplätze der philippinischen Streitkräfte für Luftbombardements und Schießübungen. Die Regierung stützt ihre Ansprüche auf diese offiziellen Proklamationen und die Notwendigkeit der nationalen Sicherheit.
Die Protestierenden stellen jedoch die Legitimität dieser Gebietsansprüche infrage. Sie argumentieren, dass eine staatliche Proklamation oder eine Grenzziehung durch Vermesser die jahrtausendealte Präsenz der indigenen Bevölkerung nicht auslöschen könne. Kritiker werfen dem Staat vor, Begriffe wie „Entwicklung“, „Umsiedlung“ oder „nationales Interesse“ zu nutzen, um die Verdrängung marginalisierter Gruppen voranzutreiben, während die Privilegierten von solchen Maßnahmen meist unberührt bleiben.
Die Problematik der angestammten Gebietsrechte (Ancestral Domain) hat bereits in anderen Bereichen, etwa im Umfeld des Mount Pinatubo, zu Protesten geführt. Dabei standen Fragen nach einer gerechten Beteiligung am Tourismus sowie die Einhaltung des Rechts auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (Free, Prior, and Informed Consent, FPIC) im Mittelpunkt. Auch die nationale Behörde für indigene Völker (National Commission on Indigenous Peoples, NCIP) hat die Notwendigkeit betont, die Rechte der indigenen Gemeinschaften und ihre angestammten Gebiete zu berücksichtigen.
Quellen
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