Kritik an Marcos: Ältere Generation in Rede der Nation nicht berücksichtigt
EditDie jüngste Ansprache des Präsidenten Ferdinand „Bongbong“ Marcos Jr. an die Nation (State of the Nation Address, SONA) am 27. Juli hat bei Vertretern der Senioren hinter Enttäuschung gesorgt. Rodolfo „Ompong“ Ordanes, Abgeordneter der Senior Citizens Party-list, kritisierte, dass die über eine Stunde dauernde Rede keine Erwähnung der spezifischen Bedürfnisse älterer Menschen fand. Trotz des Versuchs, verschiedene gesellschaftliche Sektoren abzudecken, blieben zentrale Themen der Seniorenpolitik unberücksichtigt.
Zu den versäumten Punkten gehören laut Ordanes insbesondere das Universal Social Pension Act zur Sicherung des Lebensunterhalts, die Institutionalisierung des Geriatric Health Act für eine spezialisierte geriatrische Versorgung sowie Maßnahmen gegen die steigenden Lebenshaltungskosten. Besonders die Kosten für Lebensmittel, Versorgungsleistungen und Medikamente belasten Rentner mit festem Einkommen überproportional, da diese nicht mehr in den Arbeitsmarkt zurückkehren können.
Die Forderung nach politischem Handeln wird durch einen demografischen Wandel untermauert. Daten der staatlichen Statistikbehörde Philippine Statistics Authority (PSA) zeigen, dass die Zahl der über 60-Jährigen in den letzten zwei Jahrzehnten massiv angestiegen ist: Von etwa 4,5 Millionen im Jahr 2000 auf über 11 Millionen in jüngster Zeit. Damit macht die ältere Bevölkerung bereits etwa 9,6 bis 10,2 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.
Damit erreicht die Philippinen die Schwelle, ab der die Vereinten Nationen und die Weltbank ein Land offiziell als „alternde Gesellschaft“ einstufen, was bei einem Anteil von 10 Prozent an der Bevölkerung der Fall ist. Experten prognostizieren, dass dieser Anteil bis 2030 auf 11 Prozent steigen und die Zahl der Senioren bis 2040 auf rund 19 Millionen anwachsen könnte. Dieser Trend wird durch sinkende Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung vorangetrieben.
Ein erhebliches Risiko für die soziale Sicherheit stellt zudem die unzureichende Absicherung dar: Schätzungen zufolge verfügen rund 80 Prozent der philippinischen Senioren über keine formelle Rente durch staatliche Systeme wie die SSS oder GSIS. Dies macht sie besonders anfällig für die Inflation und unvorhersehbare medizinische Notfälle.





