Gesellschaft

Konferenz in Manila thematisiert Rechte indigener Gruppen und Justizprobleme in Mindanao

In Mindanao haben Vertreter der Lumad- und Moro-Gemeinschaften, Juristen und Geistliche auf der Konferenz „KATUNGOD 2026“ in Manila die anhaltenden Herausforderungen erörtert. Über 300 Delegierte aus Mindanao und anderen Regionen kamen im Malcolm Theater der UP Diliman zusammen, um eine Lagebeurteilung der Situation in der Inselgruppe vorzunehmen.

CoverPhoto_DSWD brings livelihood disaster aid to remote Guimaras island villages
Bild: PIA - CoverPhoto_DSWD brings livelihood disaster aid to remote Guimaras island villages

Ein zentraler Schwerpunkt der Diskussionen war der sogenannte „Talaingod-Fall“. Im November 2018 hatten Freiwillige Lumad-Schüler aus der Gemeinde Talaingod evakuiert, um sie vor Bedrohungen durch paramilitärische Gruppen zu schützen. Die staatlichen Behörden werteten diese Rettungsaktion als Entführung, was zu einem Gerichtsverfahren in Tagum City führte.

Im Prozess wurden dreizehn Personen wegen Kindesmissbrauchs verurteilt, darunter Satur Ocampo, France Castro und die Direktorin der Salugpongan-Schulen, Meggie Nolasco. Die Angeklagten und ihre Unterstützer kritisieren, dass das Gesetz zum Schutz von Kindern als politisches Instrument („Lawfare“) missbraucht wurde.

Die Teilnehmer der Konferenz warnten vor einer zunehmenden Militarisierung der Gebiete. Laut der Rechtsanwältin Carol Kay Paquera wird die Präsenz bewaffneter Gruppen durch den Abbau natürlicher Ressourcen in angestammten Gebieten vorangetrieben, was sie als „unternehmerische Räumung“ (corporate clearing) bezeichnet. Seit 2016 mussten laut Angaben der Konferenzteilnehmer über 200 Lumad-Schulen schließen.

Dadurch verloren tausende indigene Kinder den Zugang zu Bildung. Der AFP scharf und bezeichnete die rechtlichen Verfolgungen als Teil eines repressiven Musters, das die Rechtsstaatlichkeit untergrabe. Zudem wies er auf die mangelnde zivile Kontrolle über das Militär hin.

Andere Themen wie die unvollständige Sanierung von Marawi, die BARMM und die allgemeine Nahrungsmittelunsicherheit wurden als kritische Punkte für die Stabilität der Region genannt.

Quellen

Dieser Beitrag wurde auf Grundlage der unten verlinkten Quellen und Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.