Katastrophenschutz auf den Philippinen: Fokus auf Resilienz statt nur auf Gefahrenbewusstsein
Im Rahmen des im Juli stattfindenden Nationalen Monats der Katastrophenresilienz (NDRM) rückt die Fähigkeit der Bevölkerung, Naturkatastrophen zu widerstehen, sich ihnen anzupassen und sich von ihnen zu erholen, verstärkt in den Mittelpunkt. Dieser strategische Fokus markiert einen Wandel weg von der reinen Information über Gefahren hin zum Aufbau echter Widerstandsfähigkeit.
Frankie Cortez vom Büro für Zivilschutz der Region Cordillera (OCD-CAR) erläuterte die Ziele des NDRM während eines Gesundheitsforums, das vom Gesundheitsministerium der Region Cordillera (DOH-CAR) organisiert wurde. Er wies darauf hin, dass die Veranstaltung früher als Nationaler Monat des Katastrophenbewusstseins bekannt war. Durch die Exekutivverordnung Nr. 29 aus dem Jahr 2017 wurde der Name in Nationaler Monat der Katastrophenresilienz geändert, um einen proaktiveren Ansatz zu verfolgen. Laut Cortez bedeute dies, dass man über das bloße Wissen über Katastrophen hinausgehe und nun aktiv Resilienz aufbaue.
Die Definition von Resilienz findet sich im Gesetz zur Katastrophenrisikoreduzierung und zum Katastrophenmanagement der Philippinen (Republic Act 10121 aus dem Jahr 2010). Demnach beschreibt Resilienz die Fähigkeit eines Systems, einer Gemeinschaft oder einer Einzelperson, Gefahren effizient zu widerstehen, sie zu absorbieren, sich an sie anzupassen und sich von ihnen zu erholen, während die wesentlichen Funktionen aufrechterhalten werden. Cortez unterschied dabei zwischen einer Gefahr als potenzieller Schadensquelle und einer Katastrophe, die das tägliche Leben schwerwiegend stört.
Ein zentraler Aspekt der Diskussion war, dass es keine rein natürlichen Katastrophen gebe. Cortez betonte, dass Katastrophen oft durch menschliche Entscheidungen und Handlungen verschlimmert oder gar erst verursacht werden. Als Beispiele nannte er das Bauen in erdrutschgefährdeten Gebieten oder das Ignorieren von Sicherheitsprotokollen. Das menschliche Verhalten sei somit oft der entscheidende Faktor, um Katastrophen zu verhindern oder deren Ausmaß zu begrenzen.
Das nationale Katastrophenmanagementsystem basiert auf vier thematischen Säulen. Die Prävention und Minderung von DOST geleitet. Hierbei geht es um die Risikominderung durch bauliche Maßnahmen wie Hochwasserschutz und Hangsicherung sowie durch nicht-bauliche Maßnahmen wie Gefahrenkartierung und Frühwarnsysteme. Die Katastrophenvorsorge liegt in der Verantwortung des Ministeriums für Inneres und DILG. Diese Säule umfasst Schulungen, die Organisation von Einsatzteams, die Bevorratung von Hilfsgütern und den Aufbau von Evakuierungseinrichtungen, wobei Aktivitäten wie die „Sirib Series“ hierunter fallen.
Die DSWD koordiniert. Dieser Bereich deckt präventive Evakuierungen, Such- und Rettungseinsätze sowie die Bereitstellung von Hilfsgütern und Maßnahmen wie Geld- oder Existenzsicherungshilfen ab, um Familien die Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen. Die vierte Säule, die Sanierung und Erholung, orientiert sich am Prinzip „Build Back Better“. Ziel ist es, sicherzustellen, dass wiederaufgebaute Infrastrukturen und Gemeinschaften, ob Brücken, Häuser oder ganze Siedlungen, stärker und sicherer sind als zuvor und künftigen Gefahren standhalten können.
Cortez unterstrich zudem, dass Katastrophenresilienz keine reine Aufgabe der Regierung sei, sondern ein gesellschaftsweiter Ansatz („whole-of-society approach“) gefordert ist. Jeder Haushalt, jede Schule, jeder Arbeitsplatz und jede private Einrichtung trage eine Mitverantwortung. Das diesjährige Motto des NDRM lautet „Naghahanda at Kumikilos Tungo sa Panatag na Bagong Pilipinas“. Zum Auftakt der Aktivitäten organisierte das OCD-CAR den „Resilience Run 2026“ in Baguio City, an dem über 100 Teilnehmer aus Regierungsbehörden, Freiwilligengruppen, Studenten und Anwohner teilnahmen. Zudem werden regionale DRRM-Foren und Gipfeltreffen abgehalten, um den Informationsaustausch und die Koordination zwischen den Beteiligten zu stärken.