Katastrophenrisiko: 40 Prozent der kleinen Unternehmen schließen nach Unwettern dauerhaft
Nach schweren Naturkatastrophen müssen vier von zehn Kleinst-, kleinen und MSMEs auf den Philippinen dauerhaft schließen. Das ist die zentrale Erkenntnis des Handelsministeriums (Department of Trade and Industry, DTI), das die dringende Notwendigkeit von Notfallplänen und Investitionen in die Katastrophenvorsorge betonte.
Leonila T. Baluyut, stellvertretende Sekretärin der DTI-Regionalgruppe, erläuterte am Donnerstag, den 23. Juli 2026, auf dem National MSME Resilience Forum in Cebu die wirtschaftliche Verwundbarkeit des Sektors. Internationale Daten zeigen laut Baluyut, dass neben den 40 Prozent, die nach einer Katastrophe nie wieder eröffnen, weitere 25 Prozent der kleinen Betriebe innerhalb eines Jahres den Betrieb einstellen. Das größte Risiko für diese Unternehmen bestehe nicht in der Katastrophe selbst, sondern darin, unvorbereitet auf das nächste Ereignis zu treffen.
Die geografische Lage der Philippinen verschärft die Situation: Das Land belegte im World Risk Index 2024 den ersten Platz beim globalen Katastrophenrisiko. Jährlich erreichen etwa 20 tropische Wirbelstürme das Staatsgebiet, während die Lage am Pazifischen Feuerring zudem das Risiko durch Erdbeben und Vulkanausbrüche erhöht. Für Unternehmen führen diese Ereignisse häufig zu beschädigten Anlagen, unterbrochenen Lieferketten und massiven Einkommensverlusten.
Da MSMEs 99,63 Prozent aller registrierten Unternehmen auf den Philippinen ausmachen und für 65,1 Prozent der Beschäftigung verantwortlich sind, stellen sie eine tragende Säule der Wirtschaft dar. Dennoch verfügen kleinere Firmen oft über geringe finanzielle Reserven und einen erschwerten Zugang zu Krediten, was die Erholung nach einer Katastrophe erschwert.
Melanie Ng, Vizepräsidentin der Philippine Chamber of Commerce and Industry (PCCI) für MSMEs, ergänzte, dass bereits eine überflutete Filiale oder eine Woche ohne Strom den Untergang eines Betriebs bedeuten könne. Die PCCI plane, über ihr Netzwerk von 131 lokalen Handelskammern die Klimaanpassung und Notfallplanung landesweit zu fördern. Auch die Gouverneurin von Cebu, Pamela S. Baricuatro, wies darauf hin, dass das Scheitern dieser Unternehmen nicht nur wirtschaftliche Verluste, sondern auch die Existenzgrundlage vieler Familien gefährde.
Quellen
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