Japan plant alternative Seewege durch Südostasien zur Sicherung der Handelsrouten
Um die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern gegen maritime Krisen abzusichern, plant Japan die Erschließung von fünf weniger genutzten Meerengen in Südostasien. Ziel ist es, der kommerziellen Schifffahrt Sicherheit auf alternativen Routen zu bieten, falls die stark frequentierten Hauptverkehrswege blockiert werden sollten.
Das japanische Außenministerium teilte der Zeitung Yomiuri mit, dass Tokio beabsichtigt, detaillierte Seekarten für diese Gewässer erstellen zu lassen. Im Rahmen dieses Vorhabens möchte Japan eng mit den Regierungen der Philippinen und Indonesiens zusammenarbeiten, um die jeweiligen Meerengen genau zu kartieren.
Hintergrund der Bemühungen sind geopolitische Spannungen in der Region, die insbesondere die Gewässer vor malaysischen Bundesstaaten sowie das Südchinesische Meer betreffen. Da rund 90 Prozent der japanischen Rohölimporte aus den Golfstaaten stammen und üblicherweise durch die Straße von Hormus geleitet werden, stellt eine Unterbrechung ein massives Risiko dar. Japan sorgt sich um die Widerstandsfähigkeit seiner Handelswege, über die wichtige Güter wie Energie und Elektronik transportiert werden.
Seit den US-Angriffen auf den Iran im März hat Japan bereits begonnen, neue Lieferketten aus den USA, Lateinamerika, Zentralasien und Afrika aufzubauen. Das Projekt soll aktuelle Daten zu Wassertiefen, Gefahrenstellen und Navigationshilfen liefern, damit Schiffe im Notfall auf diese Passagen ausweichen können, wenn die Route durch die Straße von Malakka nach der Durchquerung der Straße von Hormus nicht mehr sicher oder nutzbar ist.