Japan: Dynamische Verwerfungszone erschwert Vorhersage von Mega-Erdbeben
Eine neue japanische Studie zeigt, dass die sogenannte „Locked Zone“ im Nankai-Graben weitaus instabiler ist als bisher angenommen. Die Ergebnisse erschweren die wissenschaftliche Vorhersage von Mega-Erdbeben entlang dieser gefährlichen Verwerfungslinie erheblich.
Der Nankai-Graben erstreckt sich über rund 900 Kilometer entlang der Pazifikküste Japans. Hier trifft die Philippinische Platte auf die Eurasische Platte und gleitet mit einer Geschwindigkeit von etwa 4 bis 6 Zentimetern pro Jahr unter die Eurasische Platte. In sogenannten „Locked Zones“ verhaken sich die tektonischen Platten, wodurch sich enorme Spannungen aufbauen, die sich bei einem plötzlichen Bruch in Form von schweren Erdbeben und Tsunamis entladen können.
Wissenschaftler des Instituts für Industrielle Wissenschaft der Universität Tokio und der japanischen Küstenwache haben Krustendeformationsdaten aus dem Zeitraum von 2013 bis 2023 untersucht. Durch die Berechnung der Bewegungsraten der Philippinischen Platte konnten sie abschätzen, in welchem Maße die Platten miteinander verhakt sind. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass die Verhakung nicht dauerhaft an denselben Stellen besteht, sondern sich über die Zeit verändert.
Während einige Bereiche kontinuierlich blockiert bleiben, erweisen sich andere als deutlich fluider. Diese Erkenntnis verdeutlicht, dass die Identifizierung der exakten Zonen, in denen sich Druck aufbaut, eine komplexere Aufgabe ist, als die bisherigen Modelle vermuten ließen.
Quellen
Dieser Beitrag wurde auf Grundlage der unten verlinkten Quellen und Belege redaktionell auf Deutsch aufbereitet.