Ineffektive Hochwasserschutzmaßnahmen in der Davao-Region trotz Milliardeninvestitionen
EditIn Teilen der Davao-Region auf den Philippinen steigen die Wasserstände trotz massiver staatlicher Investitionen in den Hochwasserschutz weiter an. Während in Orten wie Barangay Lapuan in Don Marcelino (Davao Occidental) betonierte Uferbefestigungen von Anwohnern teils als informelle Badeplätze genutzt werden, bleibt der Schutz vor schweren Überschwemmungen bei Starkregen aus.
Ein Grund für die Ineffektivität der Maßnahmen könnte in der Vergabepraxis der Aufträge liegen. Untersuchungen zeigen, dass ein erheblicher Teil der Aufträge für Hochwasserschutzprojekte an Unternehmen fällt, die mit dem Ehepaar Pacifico „Curlee“ und Cezarah Rowena „Sarah“ Discaya in Verbindung stehen. DPWH sicherten sich die mit den Discayas verbundenen Firmen zwischen 2016 und 2025 Aufträge im Wert von bis zu 4,2 Milliarden Pesos in der Region XI.
Das Ehepaar Discaya steht zudem wegen Korruptionsvorwürfen unter Ermittlung. NBI gestellt und erhielt im Juli 2026 gegen eine Kaution von einer Million Pesos vorübergehende Freiheit. Curlee Discaya bleibt der Veruntreuung angeklagt, was eine Kaution ausschließt. Insgesamt entfielen fast 8 Prozent der rund 54 Milliarden Pesos an Hochwasserschutzverträgen in dieser Region auf das Portfolio der mit den Discayas verbundenen Firmen.
Experten kritisieren die aktuelle Strategie der Regierung. Der Umweltplaner Lemuel Manalo betont, dass die derzeitigen Projekte sich zu stark auf reine Betonstrukturen wie Deiche und Levees verlassen, anstatt ganzheitliche Lösungen zu suchen. Er schlägt vor, Entwässerungs- und Hochwassermanagementprojekte nach dem Prinzip eines „Schwamm-Konzepts“ zu gestalten, das Wasser aufnehmen, speichern und kontrolliert abgeben kann. Manalo warnt zudem, dass durch Landgewinnung, Urbanisierung und Landerschließung natürliche Feuchtgebiete verloren gegangen sind, die normalerweise als Wasserspeicher dienen. Ohne die Integration naturbasierter Ingenieurslösungen, wie etwa künstlicher Rückhaltebecken, habe das Wasser bei Starkregen kaum Ausweichmöglichkeiten und dränge zwangsläufig in besiedelte Gebiete.




