Indigene Gemeinschaft ehrt verstorbenen Philippinenadler mit Ritual
Mit einem heiligen Ritual haben Mitglieder der indigenen Gemeinschaft der Daraghuyan in der Stadt Malaybalay, Bukidnon, dem verstorbenen Philippinenadler „Sawaga-Dalwangan“ die letzte Ehre erwiesen. Die Zeremonie fand am vergangenen Sonntag in den Wäldern des angestammten Gebiets der Daraghuyan nahe dem Sawaga-Fluss statt.
Der Adler war Anfang des Monats gerettet worden, nachdem der 21-jährige indigene Landwirt Marvin Linoy das verletzte Tier am 3. Juli entdeckt hatte. Der Vogel verstarb jedoch während der anschließenden Rehabilitationsmaßnahmen. Merly Omarol Suday, ein Mitglied der Daraghuyan-Gemeinschaft, erklärte, dass das Ritual die tiefe spirituelle Verbindung des Stammes mit der Natur widerspiegle. Durch die Zeremonie wolle man Gebete darbringen, Führung vom Schöpfer Magbabaya sowie von den Vorfahren erbitten und den Geist des verstorbenen Lebewesens ehren. Zudem beteten die Lumad, wie die indigenen Völker der Region genannt werden, für den Schutz der verbleibenden Adler und ihrer Waldlebensräume.
Die medizinische Untersuchung durch die PEF hatte den Zustand des Tieres als kritisch beschrieben. Der Adler litt unter starker Dehydrierung, Schwäche sowie durch Maden befallenen Wunden und beschädigten Federn. Zudem wurden zwei Projektile aus einer Luftdruckwaffe in seinem rechten Flügel und im linken Oberschenkel gefunden. Dr. Bayani Vandenbroeck, Veterinärberater der PEF, merkte an, dass die Verletzungen darauf hindeuteten, dass der Vogel bereits vor der Rettung mehrere Tage lang kaum bewegungsfähig gewesen war. Dr. Jayson Ibañez, operativer Direktor der PEF, stellte zudem Brandwunden durch Seile an den Beinen fest, was darauf hindeuten könnte, dass der Adler am Boden festgebunden war. Die Stiftung wies Berichte zurück, wonach Affen die Verletzungen verursacht haben könnten.
Das angestammte Gebiet der Daraghuyan liegt am Fuße des Mt. Kitanglad Range Natural Park und dient als wichtiges Habitat für die vom Aussterben bedrohte Art. In Bukidnon leben schätzungsweise 23 Paare der Adler, was eine der größten Wildpopulationen des Landes darstellt. Die PEF forderte nun eine Untersuchung der Umstände sowie eine verstärkte Regulierung von Luftdruckwaffen und eine Kartierung der Brutgebiete in der Region.