Hommage an Pete Lacaba: Rückblick auf ein Leben zwischen Journalismus, Film und Musik
EditIn einem vollbesetzten Folk-Haus namens My Brother’s Mustache in Quezon City fand eine besondere Veranstaltung zu Ehren von Pete Lacaba statt. Der Abend begann bereits gegen halb sechs, wobei das Haus so schnell gefüllt war, dass zusätzliche Tische und Stühle bereitgestellt werden mussten. Die Feierlichkeit, die zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Medien, Film und Aktivismus anzog, würdigte das vielschichtige Lebenswerk des Mannes, der sowohl als Journalist als auch als Drehbuchautor und Musiker die philippinische Kultur geprägt hat.
Ein zentraler Aspekt der Rückblicke war Lacabas mutiges Wirken während der Zeit des Kriegsrechts. Romy Bohol und Vince Pozon, beide ehemalige Aktivisten und früher in der Werbebranche tätig, erinnerten an das Gedicht „Prometheus Unbound“ aus dem Jahr 1973. Lacaba hatte das Werk unter einem Pseudonym in einem von Verbündeten des Regimes kontrollierten Magazin veröffentlicht. Die Anfangsbuchstaben des Textes bildeten die Botschaft „MARCOS HITLER DIKTATOR TUTA“, ein direkter Protest gegen die damalige Herrschaft.
Die Gefahren dieser Ära wurden durch persönliche Berichte unterstrichen. Der Fotograf Lito Ocampo, der während des Kriegsrechts fünf Jahre inhaftiert war, berichtete, dass er und Lacaba gemeinsam im Camp Crame festgehalten wurden. Zudem wurde erwähnt, dass der Schriftsteller Nick Joaquin die Freilassung Lacabas zur Bedingung für die Annahme des National Artist Award durch Marcos gemacht hatte. Bohol berichtete zudem, dass er damals in Catbalogan eine Kopie des Magazins bei einem Zeitungsverkäufer angefordert hatte, dieser jedoch entgegnete, dass das Militär die Exemplare konfisziert habe.
Neben seinem politischen Engagement wurde Lacabas Arbeit als Drehbuchautor gewürdigt. Jackie Lou Blanco las Passagen aus „Sister Stella L.“, einem Film, den Lacaba gemeinsam mit Mike de Leon schrieb. Der Film thematisiert eine Nonne, die von Vilma Santos verkörpert wird und sich dem sozialen Protest auf den Streikposten anschließt. Auch seine journalistische Arbeit wurde durch Lesungen aus „Days of Disquiet, Nights of Rage“ repräsentiert, einer Reportage über die Unruhen des „First Quarter Storm“ im Jahr 1970. Der Journalist Atom Araullo las aus diesem Werk, das Lacabas Artikel für das Magazin Asia-Philippines Leader zusammenfasst.
Ein wesentlicher Teil des Abends widmete sich der Musik und dem Projekt „Salinawit“. Seit 2007 werden bei diesen Treffen Jazz-Standards und Pop-Hits in das Filipino übersetzt und als Adaptionen neu interpretiert. Bekannte Sängerinnen wie Leah Navarro, die Lacabas Adaptionen von „One Note Samba“ und „Love Me Tender“ sang, sowie Pat Castillo trugen zu dem Programm bei. Besonders bewegend war der Moment, als Pat Castillo die Originalkompositionen „Sangandaan“ und „Aling Pag-ibig Pa“ aus dem Soundtrack von „Sister Stella L.“ sang. Während Lacaba bei „Sangandaan“ mitsang, war er nach dem Lied sichtlich gerührt und wischte sich Tränen aus dem Gesicht.
Weitere musikalische Beiträge stammten von Cooky Chua, die „Kulay-Rosas“ (eine Version von „La Vie En Rose“) sang, unterstützt von Bayang Barrios mit „Kahapon Lang“ und „S’ya“. Mitch Valdez interpretierte „Yun Lang“, während Joey Ayala und Noel Cabangon das musikalische Programm abschlossen. Princess Nemenzo sang zudem „La Vie en Rose“ auf Französisch, worauf Lacaba auf Filipino antwortete.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein seltener Moment: Auf ausdrücklichen Wunsch des Publikums sang Pete Lacaba selbst. Unterstützt bei der Liedauswahl durch Freunde wie Cooky Chua und Jo-Ann Maglipon, die ihn auch mit seiner verstorbenen Frau Marra Lanot verbunden waren, gab er den Gästen einen Einblick in eine künstlerische Seite, die er sonst eher im privaten Kreis pflegte.





Keine Werbeblöcke mehr mit Supporter-Abo!