Politik: Special Geographic Area
Historische Parlamentswahl in der Bangsamoro-Region
EditAm Montag, den 14. September, BARMM im Süden der Philippinen die ersten Parlamentswahlen der Region statt. Diese Wahl gilt als entscheidender Schritt auf dem Weg zur Selbstbestimmung und als Versuch, nach Jahrzehnten der Aufstände und Gewalt einen dauerhaften Frieden zu sichern.
Die BARMM umfasst fünf Provinzen, drei Städte sowie 63 Dörfer, die in acht geografische Cluster unterteilt sind. Rund 2,4 Millionen Wahlberechtigte sind an der Abstimmung beteiligt. Die Wahlbehörden streben dabei eine Wahlbeteiligung von 80 Prozent an, nachdem die Durchführung der Wahlen bereits über mehrere Jahre hinweg verschoben worden war.
Bei der Wahl geht es um insgesamt 80 Sitze im Parlament. Diese teilen sich auf in 40 Vertreter politischer Parteien, 32 Distriktvertreter und acht Vertreter verschiedener Sektoren. Die Wähler wählen jeweils eine regionale Partei, einen Distriktvertreter sowie sechs Sektorenvertreter. Die 40 Sitze der Parteien werden dabei proportional zum Stimmenanteil der jeweiligen Nominierten verteilt.
Das politische System der Region unterscheidet sich vom präsidentiellen System der nationalen Regierung. Der Regierungschef der BARMM, der die Exekutive leitet, wird nicht direkt vom Volk gewählt. Stattdessen wählen die Mitglieder des Parlaments den Chefminister in ihrer ersten Sitzung durch eine Mehrheitsentscheidung aus ihrem eigenen Kreis.
Die Entstehung der autonomen Region ist das Ergebnis eines Friedensabkommens aus dem Jahr 2014, das unter Vermittlung Malaysias geschlossen wurde. Im Zuge dessen gab die Moro Islamic Liberation Front das Ziel eines eigenständigen Staates zugunsten der Autonomie auf. Die Region Mindanao war über Jahrhunderte durch Kolonialismus und die Ansiedlung christlicher Filipinos geprägt, was die muslimische Bevölkerung in der ressourcenreichen Region zur Minderheit machte und zu langjährigen Konflikten um Land, Ressourcen und politische Macht führte.



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