Historische Forschung in Cebu zeigt Zusammenhang zwischen Naturkatastrophen und Hunger auf
In der Provinz Cebu besteht ein direkter Zusammenhang zwischen extremen Wetterereignissen und Hungerperioden. Dies legten Forscher und Experten im Rahmen eines öffentlichen Forums mit dem Titel „Baha, Huwaw, Kagutom: Crisis Management in Cebu from Colonial to Modern Times“ dar. Die Veranstaltung fand am 11. Juli 2026 im Palm Grass The Cebu Heritage Hotel statt und untersuchte die Krisenbewältigung in Cebu von der Kolonialzeit bis in die Moderne.
Die Historikerin Ophelynn Cano präsentierte im Rahmen ihrer Forschung, dass die Bevölkerung in Cebu in der Vergangenheit nach Taifunen, während Dürreperioden oder nach Heuschreckenplagen unter Hunger litt. Ihre Untersuchungen zur Kolonialzeit zeigten beispielsweise, dass ein El-Niño-Phänomen in den Jahren 1911 bis 1912 zur Zerstörung lebenswichtiger Ernten führte. Um zu überleben, griff die Bevölkerung auf sogenannte „Hungerkost“ wie Taro, Maniok und Süßkartoffeln zurück. Cano betonte zudem, dass staatliche Maßnahmen wie die Senkung der Reispreise, Importe von Grundnahrungsmitteln und Hilfsaktionen entscheidend für das Überleben der Menschen waren.
Angesichts aktueller Wetterwarnungen der staatlichen Wetterbehörde PAGASA steht die Region vor neuen Herausforderungen. Die Behörde prognostiziert, dass sich das laufende El-Niño-Phänomen im letzten Quartal 2026 zu einem sehr starken Ereignis verstärken wird, das voraussichtlich bis Anfang 2027 anhält. Cebu leidet bereits unter einer Trockenperiode, nachdem die Niederschläge in den letzten drei Monaten unter dem Normalwert lagen.
Als Reaktion auf die drohende Verschärfung hat das Office of Civil Defense 7 (OCD 7) bereits ein Memorandum an die lokalen Regierungen herausgegeben. Direktor Joel Mamon forderte die Einrichtung von El-Niño-Taskforces, um die Auswirkungen abzumildern. Er unterstrich, dass die Prävention in der Verantwortung aller liege. Auch Nagiel Bañacia vom Katastrophenschutzbüro der Stadt Lapu-Lapu betonte die Notwendigkeit, Gemeinschaften durch Wissen und Verhaltensänderungen zu stärken, wobei die Familie die wichtigste Einheit für die Vorbereitung auf Risiken sei.
Die Provinzverwaltung von Cebu reagiert auf die aktuelle Lage mit ihrer „Zero Hunger“-Agenda. Um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, plant die Provinz unter anderem Lebensmittelspenden, Ernährungsprogramme, mobile Küchen und den sogenannten „Zero Hunger Run“.