Historische Erdbebenstation auf dem Mirador Hill in Baguio blickt auf 120 Jahre Forschung zurück
Auf dem Mirador Hill in Baguio City beherbergt die Mirador Jesuit Villa eine der ältesten Erdbebenstationen der Philippinen. Seit fast 120 Jahren dient der Standort der Beobachtung seismischer Aktivitäten und Wetterphänomene. Die Station hat im Laufe ihrer Geschichte Kriege, technologische Umbrüche und massive Naturkatastrophen überstanden.
Die wissenschaftliche Bedeutung des Standorts reicht bis in die Zeit der amerikanischen Kolonialverwaltung zurück. Ursprünglich planten die Jesuiten bereits um 1890 die Errichtung eines Sanatoriums in Benguet, um das kühle Klima für Missionare zu nutzen. Das Manila Observatory, das 1865 gegründet wurde und damals zu den führenden wissenschaftlichen Institutionen Asiens gehörte, errichtete schließlich in den frühen 1900er Jahren eine meteorologische und seismische Station auf dem Hügel. Der Ort, der früher als El Mirador bekannt war, bot aufgrund seiner erhöhten Lage und der stabilen geologischen Beschaffenheit ideale Bedingungen für die Forschung.
Ein entscheidender Moment in der Geschichte der Station war das schwere Luzon-Erdbeben vom 16. Juli 1990 mit einer Magnitude von 7,7. Das damals genutzte mechanische Seismograph konnte die ersten kritischen Momente des Bebens noch aufzeichnen, bevor das Gerät durch die heftigen Erschütterungen zerstört wurde. Diese Aufzeichnungen waren jedoch von zentraler Bedeutung, da sie es Wissenschaftlern ermöglichten, das Epizentrum gemeinsam mit Daten des Manila Observatory in Loyola Heights und anderen Stationen des nationalen Überwachungsnetzes zu bestimmen.
Heute wurde die alte Mechanik durch moderne digitale Technik ersetzt. Anstelle der sperrigen Papierrotations-Geräte kommt nun ein Nanometrics Trillium 120PA Breitband-Seismometer zum Einsatz, das als Sensor der staatlichen Behörde PHIVOLCS fungiert. Laut Pater Jose Quilongquilong, Rektor der Loyola Vista de Baguio (ehemals Mirador Jesuit Villa), ist die heutige Sensorik extrem präzise und kann Bodenbewegungen im Nanometerbereich erfassen. Damit setzt die Station ihre Tradition fort, Wissenschaft und öffentlichen Dienst miteinander zu verbinden.
Quellen
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