Guiguinto: Hochwasserschutz und Salzwasser bedrohen Kangkong-Bauern
EditDie Kangkong-Bauern im philippinischen Guiguinto stehen vor existenziellen Herausforderungen. Die Anbauflächen erstrecken sich über fast fünf Kilometer bis hin zu den Barangays Ilang-Ilang und Poblacion und versorgen nicht nur die lokalen Haushalte, sondern auch die Märkte in Metro Manila. Während die Gemeinde vor allem für ihre Zierpflanzenindustrie bekannt ist, bildet der Guiguinto-Fluss eine lebenswichtige Grundlage für die Erzeugung von Wasserspinat (Kangkong).
Zwei Hauptfaktoren gefährden die Ernte der sogenannten Mangangangkong: In den Monaten März bis Mai dringt Salzwasser aus der Manila Bay flussaufwärts, was dazu führt, dass die Pflanzen gelb werden, das Wachstum stagniert oder sie sich sogar auflösen. Erst mit den Regenfällen im Juni wird das Flusswasser wieder ausreichend verdünnt, sodass eine Neupflanzung möglich ist. Diese saisonale Unterbrechung zwingt die Bauern dazu, ihre Erträge aus der produktiven Zeit für die einkommensschwachen Monate zu reservieren.
Darüber hinaus erschweren staatliche Hochwasserschutzmaßnahmen die Arbeit der Kangkong-Bauern. Seit 2016 errichtet die Kommunalverwaltung Betonwälle entlang des Flusses, um die umliegenden Gemeinden vor Überschwemmungen zu schützen. Der Guiguinto-Fluss fungiert als wichtiges Entwässerungskanal für die Nachbarstädte Plaridel und Balagtas. Laut Katastrophenprotokollen der Gemeinde waren zwischen 2023 und 2025 etwa 11.300 Haushalte von Überschwemmungen betroffen. Die Bauarbeiten an den Deichen erfolgen jedoch in unregelmäßigen Abschnitten, was die Bauern vor die Schwierigkeit stellt, genau zu wissen, welche Flussabschnitte als Nächstes für den Anbau gesperrt werden.
Trotz der Unsicherheiten bleibt der Beruf für viele eine feste Lebensgrundlage. Der 62-jährige Cesar dela Cruz aus Barangay Poblacion arbeitet seit drei Jahrzehnten als Kangkong-Bauer und erntet an guten Tagen bis zu 30 Bündel. Die Händler, sogenannte Biyaheros, kaufen täglich bis zu 1.000 Bündel auf, die dann zu den Märkten in Metro Manila transportiert werden. Um die Ernte zu transportieren, nutzen die Bauern selbstgebaute, flache Boote aus alten Wellblechplatten, die klein genug für die engen Flussabschnitte sind. Je nach Erntevolumen können einzelne Bauern bis zu 1.500 Pesos am Tag verdienen.





