Green Action Week: MASIPAG setzt auf technologische Souveränität für Landwirte
Im Rahmen der Green Action Week (GAW) wurde die Bedeutung von gemeinschaftlichem Wissen und nachhaltigem Konsum hervorgehoben. Bei einer Wissensaustausch-Sitzie am 17. Juli, die sich mit nachhaltigen Technologien zur Stärkung der Gemeinschaftsresilienz befasste, präsentierte die Organisation MASIPAG ihre Erfahrungen mit der Demokratisierung von Wissenschaft.
Ein zentraler Bestandteil der Präsentation war das Programm „Farmer Developed and Adapted Technologies“ (FDAT). Ziel dieses Programms ist es, das lokale landwirtschaftliche Wissen zu stärken und Landwirten neue Methoden an die Hand zu geben. Durch die Förderung technologischer Souveränität sollen Kleinbauern unterstützt werden, die bisher oft unter dem Einfluss ausländischer Konzerne litten. Laut MASIPAG führt die Kontrolle durch Großunternehmen dazu, dass die natürliche Kreativität der Landwirte eingeschränkt wird, was negative Auswirkungen auf ihren sozioökonomischen Status hat.
Die technologische Lage auf den Philippinen wird kritisch bewertet. Die Mechanisierungsrate liegt mit 2,7 bis 2,8 PS pro Hektar deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 4,0 PS pro Hektar und auch hinter den Werten benachbarter asiatischer Länder. In diesem Umfeld entwickeln MASIPAG-Landwirte eigene Lösungen für praktische Probleme.
Ein Beispiel ist die Maisproduktion, die nach Reis das zweitwichtigste Grundnahrungsmittel der Philippinen darstellt. Viele Maisbauern sind derzeit stark von chemischen Herbiziden wie Glyphosat abhängig. Untersuchungen, die von der Schwedischen Gesellschaft für Naturschutz (SSNC) unterstützt wurden, zeigen, dass der Einsatz von Glyphosat beim Maisanbau zu fünfmal mehr Bodenverlust führt als traditionelle Methoden. Als Alternative haben Landwirte ein natürliches Herbizid entwickelt, das aus fermentiertem Kokosnusswasser und Salz besteht. Zudem konnten durch manuelle Maisentspeller in Mindanao die Effizienz beim Schälen des Maises um das Zehnfache gesteigert werden.
Die Green Action Week ist eine globale Kampagne, die im Jahr 2010 ins Leben gerufen wurde und mittlerweile von 50 Ländern teilgenommen wird. Sie setzt sich für die Kraft des gemeinschaftlichen Austauschs ein, um nachhaltige Lebensstile und langfristige Veränderungen zu fördern.