Kultur

Gehörloser Künstler aus La Union nutzt Malerei als Ausdrucksmittel

Der 32-jährige gehörlose Bildende Künstler Louie Arandia nutzt den Pinsel als sein wichtigstes Werkzeug, um Gedanken, Emotionen und Anliegen auszudrücken. Durch seine visuellen Erzählungen beweist er, dass künstlerische Leidenschaft die Lücke zwischen Stille und Sprache überbrücken kann und Kreativität keine Barrieren kennt.

Painting in silence La Union deaf artist finds voice on canvas
Bild: PIA - Painting in silence La Union deaf artist finds voice on canvas

Arandias künstlerische Reise begann bereits im Alter von sieben Jahren. Damals zeichnete er mit verbrannten Holzstücken aus der Küche auf die Wände seines Elternhauses, wofür er regelmäßig Zurechtweisungen erhielt. Später beobachtete er die Natur und zeichnete Pflanzen, Bäume sowie Vögel. Nach seinem Umzug nach Manila, um einen Abschluss in Bildender Kunst zu erwerben, kehrte er in seine Heimat La Union zurück, um Werke zu schaffen, die von seiner Gemeinschaft, seinen Erfahrungen und persönlichen Anliegen inspiriert sind.

In diesem Jahr präsentiert Arandia fünf Originalwerke auf einer regionalen Ausstellung, bei der sich über 100 visuelle Künstler treffen, um das lokale Leben, die Traditionen und die Kultur zu feiern. Zu seinen Werken gehören „Ayayaten Ka“ (Ich liebe dich), „Puso ti Agri-Turismo“ (Herz des Agrotourismus), „ELYU“ sowie die zweiteilige Serie „Balitok a Dutdot“ (Goldenes Haar). Während „Puso ti Agri-Turismo“ und „ELYU“ die natürliche Schönheit und das kulturelle Erbe von La Union würdigen, zeigt „Ayayaten Ka“ die Gebärdensprache für Liebe. Die Serie „Balitok a Dutdot“ vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und Ausdauer und ermutigt Betrachter, ihren Träumen mutig zu folgen.

Der Entstehungsprozess der Gemälde erfordert Disziplin und kann je nach Größe und Komplexität zwischen zwei Wochen und zwei Monaten dauern. Arandia räumt ein, dass dieser kreative Prozess körperlich und emotional fordernd sein kann, doch die Leinwand bleibt für ihn die Verbindung zur Welt.

tricycle pedicabs in downtown intramuros street of manila city philippines
Symbolbild: Envato

Die Entwicklung Arandias als kommerzieller Künstler wird durch institutionelle Bemühungen unterstützt. Das Außenministerium für Handel und Industrie (Department of Trade and Industry, DTI) in La Union fördert aktiv die lokale Kreativwirtschaft, da Künstler als wichtige Akteure für die Wirtschaft der Provinz angesehen werden. Durch gezielte Programme wie Marktanpassungen und regionale Handelsmessen bietet das DTI La Union einheimischen Kreativen unternehmerische Schulungen und Plattformen an, um ihre Arbeit einem breiteren Publikum zu präsentieren und so nachhaltige Lebensgrundlagen zu schaffen.

Die Ausstellung bietet zudem einen Raum, in dem gehörlose und hörende Künstler auf Augenhöhe zusammenkommen. Arandia betont die Schönheit dieser Zusammenarbeit und erklärt, dass er zeigen wolle, dass alle Menschen gleichgestellt sind und jeder willkommen ist. Er möchte mit seiner Kunst beweisen, dass er trotz seiner Gehörlosigkeit Fähigkeiten besitzt, die er präsentieren kann. Arandia hofft, dass sein Weg andere Künstler mit Behinderungen inspiriert und zeigt, dass eine Behinderung kein Hindernis für den Erfolg sein muss.

Quellen