Forderung nach Aufhebung der Verurteilung der „Talaingod 13“ vor der SONA
Verschiedene gesellschaftliche Gruppen fordern die Aufhebung der Verurteilung der sogenannten „Talaingod 13“. Lumad- und Moro-Anführer, kirchliche Organisationen, zivilgesellschaftliche Gruppen sowie Juristen und Akademiker bezeichneten den Fall als Symbol für den anhaltenden Kampf um die Rechte indigener Völker, die gemeinschaftsbasierte Bildung, humanitäre Arbeit und demokratische Freiheiten auf den Philippinen.
Diese Forderung wurde im Rahmen der kürzlich abgeschlossenen „KATUNGOD Conference 2026“ an der University of the Philippines Diliman laut. Die Konferenz fand eine Woche vor der fünften Rede des Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. zur Lage der Nation (State of the Nation Address, SONA) statt. Der Fall der „Talaingod 13“ geht auf eine humanitäre Mission zurück, die vertriebene Lumad-Kinder und Familien aus dem Konfliktgebiet Talaingod in der Provinz Davao del Norte betraf. Unter den Verurteilten befinden sich auch die ehemaligen Abgeordneten France Castro und Satur Ocampo, die wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurden, nachdem das Berufungsgericht ein Urteil des Regionalgerichts bestätigt hatte.
Die Organisation SOS Mindanao PH wies darauf hin, dass der Fall im Kontext der Angriffe auf die indigene Bildung gesehen werden müsse. Über 200 Lumad-Schulen seien in ganz Mindanao bereits geschlossen worden, wovon tausende indigene Kinder betroffen seien. Der katholische Priester Raymond Ambray kritisierte die Kriminalisierung von Lehrkräften und Gemeinschaftsvertretern.
Auch Bischof Daniel Palicte aus Davao City sah in dem Fall ein Spiegelbild der Probleme in Mindanao. Er kritisierte, dass die Regierung in Manila grundlegende Themen wie Menschenrechte, Umweltzerstörung, Hunger und das Bangsamoro-Friedensabkommen nicht entschlossen angehe, während politische Dynastien bereits die Wahlen 2028 im Blick hätten. Die Konferenzteilnehmer äußerten zudem Besorgnis über das anhaltende „Red-Tagging“, die Belästigung und die Kriminalisierung von indigenen Führern, Journalisten, Anwälten und Menschenrechtsverteidigern.
Quellen
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