Experten raten zu altersgerechter Regulierung statt generellem Handyverbot an Schulen
Anstatt ein striktes Verbot von Mobiltelefonen und anderen elektronischen Geräten an Schulen einzuführen, empfehlen medizinische Fachleute auf den Philippinen eine Regulierung, die sich am Alter der Schüler orientiert. Dies forderten die Philippine Mental Health Association (PMHA) und PPA während einer gemeinsamen Anhörung der Ausschüsse für Grundbildung und Gesundheit des Repräsentantenhauses am Montag, den 20. Juli.
Gegenstand der Anhörung waren sechs Gesetzesentwürfe, die entweder ein Verbot oder eine strengere Regulierung der Nutzung von digitalen Geräten auf dem Schulgelände anstreben. Dr. Carolina Uno-Rayco, die nationale Exekutivdirektorin der PMHA, warnte vor den Folgen übermäßiger Bildschirmzeit. Laut ihrer Ausführungen verdoppelt eine tägliche Nutzung sozialer Medien von mehr als drei Stunden das Risiko für Depressionen und Angstzustände, während eine Nutzung von über vier Stunden mit Symptomen von ADHS, Schlafmangel und Konzentrationsschwäche in Verbindung gebracht wird.
Auch die schulische Leistung sei betroffen: Laut dem Programme for International Student Assessment aus dem Jahr 2022 gaben etwa 41 % der philippinischen Schüler an, durch digitale Geräte abgelenkt zu werden, was insbesondere das Lernen in Mathematik erschwere. Roman Romulo, Abgeordneter aus Pasig City und Vorsitzender des Ausschusses für Grundbildung, DepEd als unklar und unwirksam. Er verwies darauf, dass laut einer Einschätzung des DepEd etwa 87 % der Schüler der 11. Klasse nicht selbstständig lesen können, und drängte auf eine Neugestaltung der Protokolle.
Die Experten schlagen unterschiedliche Modelle vor. Die PMHA empfiehlt, die Nutzung für Kinder zwischen null und zwei Jahren komplett zu untersagen und für die Altersgruppe der zwei- bis Fünfjährigen eine Grenze von einer Stunde zu setzen, was im Einklang mit WHO stehe. Die PPA plädiert für eine stufenweise Regulierung: Während für Kinder vom Kindergarten bis zur 3. Klasse ein Verbot während des Unterrichts gelten sollte, müssten ältere Schüler eine kontrollierte und schrittweise zunehmend selbstgesteuerte Nutzung erlernen. Dr. Joan Mae Perez-Rifareal, ehemalige Präsidentin der PPA, betonte, dass gerade in der Adoleszenz die digitale Kompetenz und Selbstregulierung unter Anleitung geübt werden müssten, anstatt sie erst im Erwachsenenalter zu thematisieren.
Auch die Second Congressional Commission on Education (EDCOM 2) unterstützt ein differenziertes Modell. Karol Mark Yee, Exekutivdirektor der EDCOM 2, empfiehlt eine strikte Richtlinie ohne persönliche Geräte für die Klassenstufen Kindergarten bis 6. Für die Klassen 7 bis 12 schlägt er eine Regelung vor, bei der der Zugang auf rein instruktive Zwecke beschränkt bleibt.
Quellen
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